Solidarität mit Natalie Grams!

Wie ihr ja alle wisst, hat Natalie Grams eine Unterlassungserklärung von der Firma Hevert zugesandt bekommen. Sie soll unter Androhung einer Strafzahlung von 5.100.– € zukünftig die Aussage unterlassen, dass die Homöopathie keine weitere Wirkung als über den Placebo-Effekt hinaus hat.

Dieses Vorgehen ist in meinen Augen ein ausgemachter Skandal! Das multinational agierende Unternehmen Hevert, für das derartige Rechtsstreitigkeiten wahrscheinlich Peanuts sind, die aus der Portokasse bezahlt werden, versucht eine wissenschaftlich fundierte und mit Studien unterfütterte Aussage auf juristischem Wege verbieten zu lassen.

Der Goliath Hevert steht gegen den David Grams, denn auch wenn die Kritiker an der Homöopathie mittlerweile zahlreich sind, so sind es vor allem eines: Privatpersonen, denen sicherlich nicht die Mittel für ausgedehnte Rechtsstreitigkeiten zur Verfügung stehen.

Mit einem derartigen Vorgehen ist aber nicht nur die fundierte Meinungsäußerung in Gefahr, sondern auch die Freiheit von Forschung und Lehre, denn warum sollten Wissenschaftler in Deutschland das Risiko eingehen, Studien durchzuführen oder anderweitig zu forschen, wenn sie für die Ergebnisse ihrer Arbeit juristisch belangt werden können? Der Anfang vom Ende des Wissenschaftsstandortes Deutschland…

Interessant ist für mich allerdings auch, warum die Firma Hevert gerade jetzt gerade Frau Grams belangt, denn ein einfacher Blick ins Netz zeigt, dass die Aussage, dass Homöopathie nicht über den Placebo-Effekt hinaus wirkt, bereits mehrfach und ausgiebig getätigt wurde.

Beispielsweise hier von den Kollegen von Quarks & Co. oder hier von der renommierten Helmholtz-Gesellschaft. Auch die Österreichische Ärztezeitung und der Tagesspiegel haben diese Aussage bereits getroffen und nichts ist passiert… Honi soit qui mal y pense…

Deswegen mein Aufruf an alle Leserinnen und Leser meines Blogs: seid solidarisch mit Natalie Grams! In den letzten Tagen sind viele kritische Artikel zu diesem Vorgang veröffentlicht worden. Teilt die Links zu diesen Artikeln. Macht aufmerksam!

Beitragsbild: unity_1917780_by_jerryzhuca_cc0_gemeinfrei

31 Gedanken zu “Solidarität mit Natalie Grams!

    1. Ich fürchte, dass ich die Antwort vielleicht gar nicht lesen möchte, aber die Neugier ist größer.

      Was ist so falsch an Käthe Kollwitz?

      1. Ich kannte/kenne die Künstlerin und deren Geschichte nicht; ggf. ist der Grund, warum Troll „Regina“ so kommentiert, dass die Künstlerin in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt hat?

      2. Warum erscheint das Bild von Käthe Kollwitz unangebracht? Weil ihre Zeichnung „Solidarität“ von 1932 zeitlich und politisch im Zusammenhang mit dem Kampf gegen Nazis steht, einem Kampf um Leben und Tod.
        https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dringender_Appell_(1932)
        Der Kampf gegen den Hokuspokus von Homöopathen ist dagegen weitgehend friedlich. Die Zensurversuche der Firma Hevert sind für die Betroffenen nicht lebensgefährlich, sondern nur ökonomisch bedrohlich.
        Auf den zweiten Blick ist die Assoziation vielleicht doch nicht verkehrt, denn Homöopathie kostet jedes Jahr Tausende von Menschenleben von jenen, die keine wirksame Behandlung bekommen. Das ist eine sehr ernste Sache.

      3. Damit sich die Aufmerksamkeit wieder auf den INHALT des Artikels richtet und sich nicht mit Nebensächlichkeiten beschäftigt, habe ich das Bild ausgetauscht.
        – Onkel Michael

  1. Artikel 5 Grundgesetz:
    „(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“

    Frau Grams vermittelt wissenschaftliche Erkenntnisse, sie lehrt. Nun würde es einen Eingriff in dieses Grundrecht bedeuten, dies zu unterbinden.
    Da die Lehre nun frei ist, ist sie auch an keine Form gebunden. Wenn geügend Leute bereit wären, für ihren Vortrag Eintritt zu bezahlen und damit das berliner Olympia-Stadion zu füllen, so wäre dies noch immer von der Freiheit der Lehre geschützt.

    (Wenn man einen solchen Vortrag im Olypia-Stadion abhalten wollte, so müsste man dies erstmal mieten, das kostet Geld, also wäre es gerechtfertigt, Geld dafür zu verlangen, außerdem werden auch Schul-Lehrer bezahlt.)

    Wenn Frau Grams nun Vorträge hält und Interviews mit Zeitungen gibt und dort den Stand der Wissenschaft vermittelt, so ist das noch immer Lehre und von der Freiheit der Lehre umfasst.
    Und Hinweise, dass Frau Grams dadurch der Verfassung untreu würde, habe ich eigentlich nicht.

    Und richtig, Artikel 5 GG ist der Artikel, der unter „(1)“ das Recht auf freie Meinungsäußerung garantiert.

  2. Es sollte doch ein Leichtes sein, gegen die einstweilige Verfügung vorzugehen.
    Hevert müsste dann darlegen, an welcher Stelle Frau Grams die Unwahrheit sagt. Allein schon für das Popcorn reife Spektakel würde ich mich mit einer Spende an den Verfahrenskosten beteiligen.

    Erinnert sich noch jemand an Stefan Lanka, der 100.000 Euro für einen Nachweis der Existenz vom Masernviren ausgelobt hat und dann nicht zahlen wollte? War auch sehr unterhaltsam…

  3. ich denke dass die Drohung mit Klage heisse Luft ist. Da würde ich mich gelassen zurücklehnen und mal schauen was da kommt. Den Sachbeweis anzutreten wird der klagenden Firma ziemlich schwer fallen…

  4. @Micha: „Erinnert sich noch jemand an Stefan Lanka, der 100.000 Euro für einen Nachweis der Existenz vom Masernviren ausgelobt hat und dann nicht zahlen wollte? War auch sehr unterhaltsam…“

    Was genau war daran unterhaltsam? Immerhin hat Lanka den Prozess gewonnen, wenn auch aus rein formaljuristischen Gründen.

    Wenn es ganz blöd läuft, droht das auch hier: „Juristisch gesehen ist der Wirksamkeitsnachweis erfüllt, selbst wenn sich Homöopathen diesen quasi selbst attestieren können.“

    https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/homoeopathie-pharmahersteller-hevert-geht-juristisch-gegen-kritiker-vor-a-1270575.html

    1. Die Ausgangslage ist doch hier eine ganz andere.

      Im Lanka-Prozess ging es juristisch ja zu keinem Zeitpunkt um die Frage, ob Masernviren existieren, sondern darum, ob die Anforderungen der Auslobung erfüllt sind. Gewonnen hat Lanka nur durch einen windigen Taschenspielertrick, in dem er den Wortlaut der Auslobung sehr kreativ auslegte und der Richter dieser Argumentation seltsamerweise folgte.

      Unterhaltsam war eher das Verfahren an sich und wie entlarvend Herr Lanka auf die vorgebrachten Beweise reagiert hat.

      Im Fall Hevert steht aber nicht die Frage im Raum, ob sich irgendwer irgendeinen Wirknachweis selbst attestiert und ob er juristisch haltbar ist (was nach geltender Rechtslage leider so ist), sondern ob Frau Grams die Unwahrheit sagt.
      Dazu reicht dann kein selbstgebasteltes Zertifikat mehr, sondern dann stehen zehntausende, wissenschaftlich fundierte Studien gegen eine handvoll Eso-Schwurbel.

  5. Ich nehme seit über 25 Jahren meistens nur homöopathische Medikamente ein – und das nur wenn es nötig ist. Meine Familie ebenso. Und ich kann nur sagen: ES HILFT! Aber vorausgesetzt, der Arzt ist so gut, dass er das Verordnen auch beherrscht und das entsprechende Wissen hat.
    Wenn es Ärzte gibt, die sich zu wenig mit Homöopathie auskennen und dann Mitttel verordnen, die nicht (gut) wirken, liegt es am fehlenden Können und nicht daran, dass Homöopathie nichts taugt.

    1. Nun, liebe Frau Silberhorn, dann sind Sie besonders gut auf den Placebo-Effekt konditioniert. Lesen Sie doch mal die entsprechenden Artikel hier im Blog, da lernen Sie, wie sich alles verhält. Das ärztliche Setting hat übrigens auch seinen Anteil an diesem Effekt. Aber an den homöopathischen Mittelchen liegt dies jedenfalls nicht. Macht es Sie nicht stutzig, dass die Homöopathie in 200 Jahren nicht einmal selbst in der Lage war, ihren eigenen Wirkmechanismus zu erklären? Denken Sie mal drüber nach!

    2. “Wenn es Ärzte gibt, die sich zu wenig mit Homöopathie auskennen und dann Mitttel verordnen, die nicht (gut) wirken, liegt es am fehlenden Können und nicht daran, dass Homöopathie nichts taugt.”

      Dagegen steht die fundierte Tatsache, dass sich homöopathische Mittelchen physikalisch und chemisch nicht voneinander unterscheiden lassen. Die Inhaltsstoffe der Urtinktur sind faktisch nicht mehr vorhanden, jede noch so gering Verunreinigung ist in höherer Konzentration enthalten, und Wasser hat auch kein Gedächtnis. Nein, wirklich nicht.

      Für engagierte Homöopathen lassen sich bei der GWUP grad 50.000 Euro verdienen. Es muss lediglich ein Verfahren (gern auch unwissenschaftlich) präsentiert werden, dass zuverlässig einem hochverdünnten Homöopathikum den korrekten Wirkstoff zuordnen kann.

      Im übrigen freue ich mich natürlich für Sie, dass sie in den letzten 25 Jahren nicht ernsthaft krank geworden sind und gelegentlichem Unwohlsein mit Homöopathie ausreichend entgegen treten konnten. Ich persönlich greife ja lieber (viel zu häufig) zur Tafel Schokolade, denn ich mag meinen Zucker am liebsten mit Kakao- und Nussgeschmack.
      Dass Homöopathie in manchen Fällen helfen kann, steht ja gar nicht zur Debatte. Was Homöopathie aber NACHWEISLICH nicht tut ist wirken. Jedenfalls nicht über den ohnehin allem innewohnenden Placebo-Effekt. Nur für den muss man sich nicht mal was vormachen oder dran glauben. Der funktioniert nämlich auch, wenn man ganz genau weiß, dass man sich grad beschummelt. Und ja, der Placebo-Effekt kann unheimlich mächtig sein. Seine Grenzen sind halt dort, wo sich Ihr Körper nicht mehr selbst aus der Patsche helfen kann. Zum Beispiel bei schweren Infektionen, Vergiftungen oder bei akut lebensbedrohlichen Erkrankungen. Sie werden weder einer Sepsis, noch einem Herzinfarkt wirksam mit Homöopathie begegnen können.

      1. Kommen Sie dem Esotheriker doch nciht mit rationalen Argumenten 😀
        Er spürt’s doch, das muss reichen ^^

  6. Ich wills mal so sagen: Ein Prozess ist leicht gewonnen wenn die Zubereitung homöopatischer Globuli vor Gericht mal live demonstriert wird. Das ist ein solch grotesker und absurder Prozess – das erinnert mehr an ein magisches Ritual als an Medizin.

    1. Kann durchaus passieren, dies fällt dann unter den Nocebo-effekt.
      Wikipedia hat einen interessanten Eintrag hierzu.

      Unter anderem hatte ein Student versucht, sich mit seinen Placebo Tabletten umzubringen.
      Erst als er darauf hingewiesen wurde, dass er nur Placebos bekam, stabilisierte er sich wieder.

    2. Wenn man eine Überdosis Globuli schluckt, ist es recht einfach, daraus eine geringere Dosis zu machen — man muss einfach nur viel mehr Globuli zu sich nehmen. Dann nämlich sinkt die „Potenzierung“ und folglich die Wirksamkeit.

  7. Auf eine Abmahnung nebst geforderte Unterlassungserklärung kann man auch aktiv reagieren: Negative Feststellungsklage, dass der behauptete Unterlassungsanspruch nicht besteht. Crowdfunding für die voraussichtlichen Kosten eines solchen Prozesses und dann auf diese Weise zurückschlagen – das wäre Solidarität, an der ich mich sofort beteiligen würde.

  8. Homöopathie hat keine weitere Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus.

    Gez. Mathias Leenders
    weitere Daten auf Anforderung

  9. Keine Gegenklage! Was wenn wir gewinnen? Dann sind wir es, die sich nicht mehr anders zu helfen wussten, als die arme Homöopathie mit juristischen Mitteln niederzuringen. Bei Hevert sind wir Kritiker doch jetzt schon der Goliath und eine finstere Macht. Lasst es wie es ist, und es ist die böse Pharmaindustrie, die uns Kritiker doch angeblich finanziert, die /uns/ vor den Kadi zerrt, weil sie keine sachlichen Argumente mehr haben. Also, einfach weitermachen. Achtet nur auf Eure Wortwahl, was da womöglich „bewiesen“ oder „widerlegt“ oder „wirksam“ ist bzw was das überhaupt ist. Und verwechselt nicht Studien mit Studienlage und Evidenz.

  10. Ich verstehe ja dieses Homöopathie-Bashing nicht so ganz. Oft ägere ich mich auch, dass nicht klar differenziert wird zwischen Kritik an Homöopathie, Naturheilkunde und dem ganzen Themenkomplex Heilpraktiker. Was mich interessieren würde ist wie die Anti-Homöopathieliga zu den Bewertungen udn Verabreichung der Medikamente der Schulmedizin steht, denn da liegt auch einiges im Argen von den finanziellen Aspekten ganz abgesehen. https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/compare-klinische-studien-outcome-switching-pharma-1.4345754; https://correctiv.org/aktuelles/euros-fuer-aerzte/2016/08/05/warum-es-fuer-aerzte-lukrativ-ist-ganz-bestimmte-medikamente-zu-verordnen

    1. Hier geht es um den Versuch der Firma Hevert, Frau Dr. Grams mittels einer Unterlassungserklärung juristisch mundtot zu machen.
      Bitte bleiben Sie beim Thema.
      – Onkel Michael

  11. Die Solidarität für Frau Grams meinerseits besteht auch schon länger. Im meinem Freundeskreis, welches sich früher eher weniger für das Thema interessierte, interessiert sich dafür jetzt um so mehr.

    Das bloße Interesse aber ist im Moment eher nicht ausreichend genug. Diese Geschichte muss dringend größere Runde durch die Öffentlichkeit machen.

  12. Ntl Gm t bzhlt Lbbytn d DKB nd mtnchtn Pvtpn. Düb hn t h wnchftlch „Qlfktn“ dkmntt dch n 60-tg „Dktbt“ üb Qltätchng n nm Btb fü chnxh Kät. ch bn mpöt, d d Dm mt chtn Wnchftln n nn Tpf gwfn wdn ll.

    [Edit: Mein lieber Mike, Deine Verschwörungstheorien und Beleidigungen gegen Frau Grams kannst Du Dir sparen. Zur Strafe habe ich Deinen außerordentlich dummen Kommentar devokalisiert. Bis dahin… Tüdelü…
    Onkel Michael]

  13. Du […]

    Achje, achje, ein ganz renitentes Exemplar. Dafür geht’s ohne Abendessen ins Bett. Und vorher wird der Mund mit Seife ausgewaschen!

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