Annus horribilis

Als Elizabeth II diesen Begriff 1992 prägte, wusste sie nicht, wie treffend er auf das Jahr 2020 passen würde.

Geht euch dieses Jahr auch so auf die Nerven? Irgendwie scheint es, als hätte sich alles negative Gedöns für dieses Jahr verabredet. Zuerst die Waldbrände in Australien, dann begann die Corona-Pandemie, der Tod von George Floyd, als All-Time-Favorite natürlich der Klimawandel, die Verschwörungshansel, die aus allen Löchern gekrochen kommen und die Gesellschaft aufwiegeln, Trump und seine Eskapaden und jetzt noch die Wendler-Hochzeit.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich wäre recht froh, wenn 2021 einfach ein strunzlangweiliges Jahr wird, wo der größte Aufreger ist, dass bei Wladimir Putin eingebrochen und seine Monchichi-Sammlung gestohlen wird.

Ehrlich muss ich auch sagen, dass ich mich dieses Jahr von all den einstürmenden Ereignissen etwas überfordert fühle. Jedes Vorkomnis wird auch durch hysterisches Mediengeplärre begleitet, an dem sich mittlerweile nicht nur der Boulevard beteiligt, sondern auch bisher seriöse Medien. Versteht mich nicht falsch, all das, was ich oben genannt habe, ist wichtig und sollte sorgfältig beobachtet werden, aber der Ton, in dem die Berichterstattung geschieht, ist äußerst anstrengend. Alles zusammen ist einfach etwas viel für einen Otto Normalonkel.

Wie ist das bei euch? Seht ihr das ähnlich oder wettert ihr das alles einfach ab? Und was bewegt euch in diesem Jahr am meisten?

2 Gedanken zu “Annus horribilis

  1. Lieber Onkel,
    ich bin – obwohl selbst Medienmensch – weitgehend d’accord.
    Manche Kollegen von der aktuellen Presse veschaffen zum Beispiel den Impf5Ggnern unangemessen viel Aufmerksamkeit. Gut ist das nicht.
    Im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten versuche ich unterdessen, getreu dem Slogan meines Auftraggebers brand eins, in einer Artikelserie zu „zeigen, was geht“, um unseren beängstigenden CO2-Beitrag zur Klimakatastrophe zu minimieren. Das geht nämlich, auch ohne dass wir wieder in Höhlen leben, wenn wir „unsere Welt neu denken“, wie die gute Maja Göpel das nennt. Wir müssen raus aus unserer Lethargie. Vieles ist zwar echt Scheiße auf dieser Welt, aber die Mehrheit unserer Zeitgenossen „fürchtet sich vor dem Falschen“ (O. Renn) und findet das Falsche Scheiße.
    Deshalb ist es höchste Zeit, dass mehr Menschen darüber sprechen, was alles gut ist:
    – Politik und Gesundheitsbranche haben das Covid-Problem bisher besser gemanagt, als das in vielen anderen Ländern gelungen ist.
    – Unsere medizinische Versorgung ist bei allen Schwächen so gut, dass man sie öfter mal loben darf – auch und gerade gegenüber denen, die auf „Pharma“ schimpfen und ihr Geld der Zuckerindustrie in den Rachen werfen.
    – LTE- und 5G-Netze sind gut, weil damit mehr Pendler, die gerne öfter von zu Hause aus arbeiten möchten, endlich im ländlichen Raum schnelles Internet bekommen; das spart Unmengen CO2.
    – Wir leben in einem Land, in das Menschen fliehen, weil sie es für das Paradies halten. Gibt es ein größeres Lob? Warum schätzen wir undankbaren Knochen es nicht ebenso? Wir müssen keine Megatonnen an Kerosin verheizen, um für zwei, drei Wochen irgendwohin zu düsen, wo es vermeintlich noch schöner ist als zu Hause (aber nur solange, bis der Massentourismus dort alles zerstört hat).
    Also lasst uns alle auf das schauen, was wir – diejenigen, denen es objektiv besser geht als dem Großteil unserer Mit-Erdlinge – tun können bzw. sein lassen sollten, damit es besser wird. Wenn wir uns von den Apokalyptikern runterziehen lassen, hilft das keinem. (Ulf J. Froitzheim)

  2. Putin hat eine Monchichi-Sammlung?

    Du willst wohl, dass mir der lupenreine Demokrator auf seine alten Tage noch sympathisch wird.

    So nicht, lieber Onkel!

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