Am Honk’schen Wesen soll die Welt genesen!

Wisst ihr, was mir so richtig tierisch auf den Zeiger geht? So richtig doll? So sehr, dass ich mir noch mindestens drei zusätzliche Zeiger wünsche?

Diese elendige Gscheithaflerei allenthalben.

Jede/r hinterletzte Honk*in, der/die normalerweise schon damit überfordert ist, die Flusen aus dem Bauchnabel zu pulen, sitzt zu Hause vor seinem Fliesentisch und reißt seine Klappe auf, als hätte er weiland Robert Koch die Sache mit dem Milzbrand und der Cholera erklärt. Frei nach dem Motto

Am Honk’schen Wesen soll die Welt genesen!

„Die Corona-Schutzmaßnahmen waren alle überzogen!“ plärren sie. Und „Freiheitsberaubung!“ und „Grundrechte!“ und „Das war doch alles gar nicht notwendig!“ und so weiter, und so weiter. Und weil wir ja alle Internet haben, wird damit nicht nur Familie/Freunden/Pfleger/Bewährungshelfer auf den Zeiger gegangen, sondern auch dem Rest der Welt.

Vor allem regen mich diejenigen auf, die es besser wissen müssten. Ein großer Teil davon gehört zu den Journalist*innen. Die sitzen ohne jede Verantwortung an ihren Schreibtischen und erklären jetzt in der Nachschau, was man im März während der ersten Corona-Welle hätte besser machen können. Und wer was falsch gemacht hat, wissen sie natürlich auch ganz genau. Und das erklären sie dann selbstgefällig der Welt. Oder jedenfalls ihren Leser*innen.

Und ich frage mich, welche Borniertheit man noch an den Tag legen kann.

Wenn wir uns zum Anfang des Jahres zurückerinnern, hatten wir da eine Situation, die schnelle Entscheidungen auf einem Feld, wo es keinerlei, aber wirklich absolut keinerlei Erfahrungswerte gab. Die Regierungen auf Bundes- und Landesebene mussten aber reagieren und das haben sie auch getan.

Einige Maßnahmen waren zu lasch, andere zu viel, die meisten gerade richtig. Welche Maßnahmen welches Ergebnis bringen, konnte aber nur der Versuch zeigen. Sich jetzt hinzustellen, mit dem Wissen von heute und wie der Lehrer Lämpel den Zeigefinger zu erheben, das hilft wirklich niemanden. Was jetzt her muss, ist eine sachliche und objektive Auswertung, um für die nächste Welle gerüstet zu sein.