Es wird nichts mehr so sein, wie es war!

Nun hat sie also begonnen, die „größte Impfaktion der Bundesrepublik“. Und wenn uns die Pandemie noch einige Zeit begleiten wird, ist die Impfung doch wenigstens das Licht am Ende eines langen Tunnels, von dem man weiß, dass es eben nicht der entgegenkommende Zug ist.

Und irgendwann, wenn feststeht, dass einen von der mRNA-Impfung kein zweiter Kopf oder ein Kuhschwanz wächst, wird sie dann vorbei sein und es wird nichts mehr so sein, wie es war. Nun, ein großer Teil unseres Lebens wird sicherlich wieder in den gewohnten Bahnen verlaufen. Es wird keine Lockdowns, keine Ausgangsbeschränkungen, keine Zugangsbeschränkungen in Supermärkten und ähnliches mehr geben. Man wird immer weniger Gesichtsmasken mehr im Straßenbild geben, die Gastronomie wird wieder geöffnet und wir können uns wieder uneingeschränkt mit der Familie und Freunden zum Grillen treffen, können uns die Extremitäten mit Feuerwerkskörpern absprengen und so lange in den Harz fahren, bis wir jeden Stein dort kennen.

Aber während dieser Pandemie hat ein guter Teil unserer Mitmenschen ein Gesicht gezeigt, das wir so nie erwartet hätten. Wie gehen wir zukünftig mit solchen Menschen um? Mit denen, die auf Meldungen von über 30.000 Covid-Toten mit Lach-Smileys reagierten? Mit denen, die sich als Epidemiologen/Virologen/Statistiker/Impfexperten aufspielten? Mit denen, die in Berlin oder Stuttgart mit Rechtsextremen und Reichsbürgern demonstrierten? Mit denen, die von Volksaufständen fabuliert haben? Mit denen, die auf ihrem Facebook-Profil das Tor des Konzentrationslagers Auschwitz hatten, über dem „Impfen macht frei“ prangte? Mit denen, die ihre Umgebung mit sämtlichen Verschwörungserzählungen und antisemitischen Memes per WhatsApp, Messenger etc. traktierten? Mit denen, die vom Merkel-Regime schwadronierten und Drosten/Lauterbach/Wieler etc. am liebsten aufgehangen hätten? Und mit jenen, für die das nur der Einstieg war und die jetzt tief im Sumpf der Verschwörungserzählungen stecken?

Kann man einfach über so etwas hinweg und zur Tagesordnung übergehen? Will man sich mit solchen Menschen noch an einen Tisch setzen? Entscheidet man nach Nase? Frei nach dem Motto „Ach der Onkel Florian, der hat zwar immer die Nazi-Bildchen in die Familien-WhatsApp-Gruppe eingestellt, aber sonst ist er ja ein netter Typ“? Oder hat man da doch immer ein kleines Bauchgrimmen, wenn man den Vereinskollegen, der damals in Berlin bei den Demos war, trifft? Ich weiß es nicht.

Gut, die Schwurbel-Ottos, Querdödel, Dauernörgler und Wirrwutzis werden wie ein Eimer Aale sein und sich wieder auf neue Themen stürzen und ein neues Schwein durchs Dorf treiben. Immer und immer wieder. Dann sind es eben die Flüchtlinge, die Emanzen, die Homosexuellen, die Klimaaktivisten, den Gender-Sternchen und wat weiß ich noch an wem die sich alles, abarbeiten ohne sich groß Gedanken zu machen, ganz einfach weil sie so von sich überzeugt sind und ein enormes Sendungs- und Selbstdarstellungsbedürfnis haben.

Ich weiß auch, dass es sich um eine, in der Relation zur Gesamtbevölkerung, kleine (aber sehr laute) Gruppe unserer Gesellschaft ist, aber ich denke, dass da noch einiges auf uns zukommt, an das wir heute noch nicht denken. Und natürlich weiß ich, dass sich viele auf die bequeme Bank des Arguments „Das soll die Politik lösen!“ zurückziehen werden, aber diese Aufgabe kommt auf uns alle zu.

Wie gesagt, ich möchte mich hier jetzt auch nicht als derjenige aufspielen, der ein Patentrezept hätte, aber vielleicht – nur vielleicht – ist gerade jetzt der richtige Moment, die gesellschaftlichen Aspekte dieser Pandemie stärker ins Auge zu fassen. Wir können alle nur davon gewinnen.