Mythos Neuschwabenland – Teil 5: Verschwörungstheorien 2

Verschwörungstheorie Nr. 4

Die Operation Highjump der US Navy war eigentlich ein geheimer Feldzug gegen die deutsche Militärbasis in Neuschwabenland, die von den Eis-Nazis glorreich zurückgeschlagen wurde. Dabei schossen sie vier Flugzeuge ab und zwangen die Amerikaner zum vorzeitigen Rückzug.

Das Basislager der Operation „Little America IV“

Nun, auch hier gibt es einen wahren Kern: es gab die Operation Highjump. Das war es dann aber auch schon. Tatsache ist, dass die amerikanischen Truppen keinerlei Interesse an dem Areal. Ihr Einsatzgebiet lag am genau anderen Ende von Antarktika. Das Basislager „Little America IV“ wurde an der „Bucht der Wale“ errichtet, etwas mehr als 3.500 Kilometer entfernt von Neuschwabenland. Auch ist die gesamte Operation minutiös dokumentiert. Es haben nämlich insgesamt 11 Journalisten daran teilgenommen, dazu kommt, dass ein Film über die Operation gedreht wurde, der später sogar einen Oscar gewann. Hätte es irgendeine kriegerische Auseinandersetzung, mit wem auch immer, gegeben, wäre dies sicherlich an die Öffentlichkeit gekommen.
Außerdem wurde eine dreibändige Dokumentation über die Operation veröffentlicht, in denen alle Flüge und alle sonstigen Maßnahmen detailliert aufgearbeitet wurde. Auch wurde bspw. das Gebiet von Neuschwabenland von keinem Flugzeug der Operation Highjump überflogen, wie sollten sie da abgeschossen werden. Fakt ist, dass genau ein Flugzeug abgestürzt ist, was aber ebenfalls gut dokumentiert ist. Einige andere Flugzeuge wiesen auf Grund der Kälte Defekte auf, die mit den mitgeführten Mitteln nicht repariert werden und zurückgelassen wurden. Allerdings gibt es auch von diesen Maschinen in der Dokumentation Fotoaufnahmen. Keines wies irgendwelche Einschüsse oder ähnliches auf.
Auch die Aussage, dass die Operation vorzeitig abgebrochen wurde, ist so nicht richtig. Behauptet wird, dass Highjump, sechs Monate hätte dauern sollen. Dies ist nicht richtig. Die Dauer der Operation war immer als abhängig von den Wetterbedingungen abgegeben. Als das Wetter dann keine Vermessungen und Überflüge mehr zuließ, wurde die Expedition beendet. Aber auch diese meteorologischen Daten sind in der Dokumentation detailliert aufgelistet und belegt.

Die USS Sennet während der Operation Highjump

Verschwörungstheorie Nr. 5

Nachdem weder die Operation Tabarin, noch die Operation Highjump erfolg hatten, und die Eis-Nazis noch bis in die 1950er Jahre hinein ihr Unwesen trieben, wurde die Neuschwabenland-Basis 1958 durch drei Atombomben von den US-Amerikanern weggebombt. Das ganze wurde als Atomwaffentest getarnt.

Die USS Norton Sound in den 1950er Jahren

Das ist eine meiner Lieblingstheorien, denn sie ist so abstrus… aber zu den wirklich abstrusen Theorien kommen wir ja noch. Nun, auch diese Behauptung hat einen kleinen wahren Kern. Ja, es gab 1958 drei Atombombentests. Das war es aber auch schon.
In den Jahren zwischen 1958 bis 1962 führten die USA drei Testreihen durch, bei denen mehr als ein Dutzend Atombomben in der Atmosphäre gezündet wurden. Dies waren die Operationen Hardtack, Argus und Dominic I (Fishbowl). Die drei hier genannten Explosionen waren die der Operation Argus.
Durchgeführt wurde die Operation von der speziell für sie gegründete „Task Force 88“ der US Navy, die vom 28. April bis zum 6. September 1958 bestand. Sie setzte sich zusammen aus der
– USS Norton Sound (Startschiff der Atomraketen)
– USS Albermarle (kreuzte vor den Azoren)
– USS Tarawa (Anti-U-Boot-Flugzeugträger und Kommandoschiff)
– USS Warrington (Zerstörer)
– USS Bears (Zerstörer)
– USS Hammerberg (Begleitzerstörer)
– USS Courtney (Begleitzerstörer)
– USS Neosho (Tankschiff)
– USS Salomie (Tankschiff)
Untersucht werden sollte die Auswirkung eines „Elektromagnetischen Pulses“ (EMP) auf Radio und Radar. Das Operationsgebiet befand sich im Südatlantik, da sich hier die sog. „Südatlantische Anomalie“ befindet, in der das Erdmagnetfeld eine „Delle“ hat und hier besonders tief zur Erde hinabreicht.
Argus I wurde am 27. August 1958 um 2.28 Uhr (GMT) auf der Position 38,5° S, 11,5°W in 200 Kilometer Höhe gezündet. Entfernung zur Küste von Königin-Maud-Land: 3500 Kilometer nördlich.

Argus II wurde am 30. August 1958 um 3.18 Uhr (GMT) auf der Position 49,5° S, 8,2° W in 240 Kilometer Höhe gezündet. Entfernung zur Küste von Königin-Maud-Land: 2280 Kilometer nördlich.

Argus III wurde am 6. September 1958 um 22.13 Uhr (GMT) auf der Position 49,5° S, 9,7° W in 540 Kilometer Höhe gezündet. Entfernung zur Küste von Königin-Maud-Land: 2390 Kilometer nördlich.

Zur Explosion wurden drei X-17A-Raketen gebracht, die jeweis eine Spregkraft von etwa 1,5 Kilotonnen hatten.

Raketenstart von Bord der USS Norton Sound

Wie diese Bilder zeigen, hat es mit der ursprünglich geplanten Geheimhaltung nicht so richtig geklappt. Weiterhin gibt es auch eine filmische Dokumentation des „Armed Forces Special Weapons Project“, die man sich HIER BEI YOUTUBE ansehen kann.
Gut, stellen wir uns einmal vor, die ganze Geschichte wäre tatsächlich eine riesige Verschwörung und die drei Atombomben wären über oder auf der Antarktis gezündet worden, müssen wir uns fragen, was aus den Besatzungen der belgischen, britischen, japanischen und norwegischen Wissenschaftlern wurde, die zu dieser Zeit in Forschungsstationen in und um Neuschwabenland lebten und forschten. Auch müsste man die Auswirkungen solcher Explosionen heute noch nachweisen können. Kann man aber nicht. Und sollte „Neu-Berchtesgaden“ direkt bombardiert worden sein, könnte man auch heute noch deren Auswirkungen sehen. Sieht man aber nicht. Was wir allerdings sehen ist, dass auch an dieser Behauptung absolut nichts dran ist.

*** Ende Teil 5 ***

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