Ich bin der Onkel und ich will Plüschis!

Wer heutzutage behauptet, dass das gesellschaftliche Klima nicht vergiftet sei, der lebt anscheinend in einem Wunderland, in dem alles rosarot ist, wo weiße Kaninchen mit Puschelschwänzken herum hüpfen und alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Ganz ehrlich? Da möchte ich auch hin.

Aber was bekomme ich statt weißen Puschelkaninchen? Von Hass und Egoismus zerfressene Querdenker, die mit lautem Geplärr und Gewalt ihre Meinung durchsetzen wollen, die auf Telegram in einer Art und Weise wüten, dass ich mich schäme, der gleichen Spezies anzugehören.

Was mit Pegida und Flüchtlingshass angefangen hat, setzt sich heute nahtlos fort, teilweise sogar mit den gleichen Protagonisten. Hass und Hetze wird unter dem Deckmantel der „freien Meinungsäußerung“ ausgekotzt, als bekämen diese Leute Geld dafür. Aufgepeitscht von einer Hand voll Demagogen und Populisten, sitzen sie jeder Lüge und jeder Parole auf und verbreiten sie ungeprüft. Man möge selbst denken, skandieren diese Menschen, glauben aber selbst jeden Schmarrn, der ihnen vorgekaut wird.

Ein „gutes“ Beispiel hierfür sind die Polizistenmorde in Kusel dieser Tage.

Man muss sich das vorstellen, zwei junge Menschen werden in Ausübung ihres Berufes hinterrücks getötet und in den einschlägigen Telegram-Gruppen wird gejubelt, dem Täter gratuliert und noch gefordert, ein Spendenkonto für seine Verteidigung einzurichten. Aber nicht nur die Querdenker-Arschlöcher verhalten sich derart schäbig und asozial, nein auch von links wird gejubelt und sich ACAB-mäßig am Mord an den beiden Polizisten hochgezogen.

Egal ob von rechts oder links, was sind das nur für schäbige und charakterlose Dreckschweine, die auf ihre asoziale, menschenverachtende Einstellung auch noch stolz sind und sich was weiß ich wie großartig vorkommen?

Da schämt man sich, der gleichen Spezies anzugehören.

Hab ich schon gesagt, dass ich Hasis will? Oder Plüschis. Ganz viele Plüschis. Einfach was schönes.

3 Gedanken zu “Ich bin der Onkel und ich will Plüschis!

  1. Ich kann den Onkel in seiner Analyse nur bestätigen. Und gehe noch darüber hinaus.

    Nach einer Stunde auf Twitter und ins Mailpostfach sehe ich sogar noch eine neue Qualität all dessen. Dort wird teils mit derartigen Injurien unterhalb jeglicher Gürtellinie gedroht, dass das keine Frage des guten Geschmacks oder auch nur des gewöhnlichen Anstandes wäre. Das sind schon zivilisatorische Entgleisungen, ein Diskurs im Bereich der Entmenschlichung.

    Ich brauche nicht näher auszuführen, was das bedeuten kann. In Verbindung mit einer gefühlten moralischen Überlegenheit kann das Kräfte freisetzen, vor denen einem schaudert. Die zivilisatorische Decke ist dünner, als ich jemals für möglich gehalten hätte. Und ich war niemals Optimist in dieser Hinsicht.

    Was tun? Eigentlich weiß ich es nicht, hoffe aber nach wie vor auf die Kraft der vernünftigen Mehrheit, die diese Entwicklungen vielleicht noch einhegen kann. Ansonsten ist meine Insel: Aufklärung tut not und darf nie aufhören!

  2. @Udo Das klingt erschütternd. Möglicherweise habe ich die „richtigen“ Schweinehunde beizeiten auf Twitter blockiert, denn die Dreistigkeiten, die mir entgegenschlagen, halten sich bisher auf dem Niveau eines bayerischen Stammtischs bei 1,5 Promille.
    @Michael Dass auch Linke so reagieren, erschüttert mich. Ja, ich weiß vom dem Hass, der sich in Manchen nach dem Einsatz martialisch auftretender Polizeihundertschaften aufgestaut hat und der wohl noch zugenommen hat, seit in Sachsen zu beobachten war, dass die „Freien Sachsen“, der „III. Weg“ ins Reich und alles mögliche sonstige Coronazi-Gschwerl mit Samthandschuhen angefasst werden, während in Connewitz ständig die Wasserwerfer auf Abruf bereitstehen. Die Linken, mit denen ich Kontakt habe, haben jedoch in den vergangenen zwei Jahren begriffen, dass keineswegs alle Cops „Bastarde“ sind, und wissen, an wen sie sich wenden müssen, damit unser Staat sie vor Übergriffen von rechts beschützt. Wer immer noch ernsthaft „ACAB“ sagt, muss sich im Klaren darüber sein, dass in einem Staat ohne Polizei keine utopische Anarchie – also ideale Herrschaftsfreiheit – ausbrechen würde, wie sie sich Theoretiker im stillen Kämmerlein zusammenphilosophieren, sondern eine brutale Herrschaft der Stärkeren. (Ich mag den Begriff „Recht des Stärkeren“ nicht, weil er impliziert, dass diese Machtausübung in irgendeiner Weise legitimierbar wäre.) Somit wären diese Linken quasi Helfer der libertären Anarchokapitalisten, die sie angeblich hassen. So absurd ist unsere Welt.

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