Es ist hier in Bayern wieder einmal so weit: Kommunalwahlkampf.
Was will ich sagen? Es ist genauso nervig und überflüssig wie jedes Mal. Menschen, die in den letzten sechs Jahren in den verschiedenen Gremien gut und konstruktiv zusammengearbeitet haben, hacken plötzlich aufeinander ein und streiten sich wie die Kesselflicker. Egal welches Geschlecht, egal welche Partei oder Gruppierung.
Manchmal erinnert mich dieses Verhalten wie die Beobachtung von Berggorillas. Besonders dann, wenn sich die Silberrücken aufrichten und auf die Brust trommeln, um zu zeigen, dass sie the Big Boss sind. Oder sein möchten. Dabei ist das doch eigentlich absolut nicht nötig. Die meisten Kandidaten sind seit Jahrzehnten in der Politik und wenn man sein Hirn nicht beim Frisör ondulieren lässt, hat man sich schon längst sein Urteil gebildet, und weiß ganz genau, was von den Herrschaften zu halten ist. Also, warum dann dieses nervige Theater?
„Ja, Mädel, ja, Bub! DU und nur DU bist der Größte, Schönste, Gescheiteste und solltest gewählt werden. Und jetzt gib eine Ruhe, der Onkel muss hier sitzen und respirieren.“ möchte man da manchmal sagen. Überall hängen dann noch diese Wahlplakate. Ist die Straße noch so klein, zuviel‘ Plakate passen rein. Oder so. Und manche Kandidatende lassen sich dann auch noch von vorne ablichten. Das muss ja wohl nicht auch noch sein. Bei so manchem/mancher wäre vielleicht eine Rückansicht auch besser. Oder einfach Text. Text wäre sogar am besten!
Schön wäre es, wenn die Parteien und Gruppierungen die ganze Kohle, die sie in diesem Wahlkrampf versenken, in etwas Sinnvolles investieren würden. Die abertausenden von Kugelschreibern, Eiskratzern, Bonbons, Blumen und was es noch an nutzlosen Giveaways gibt, braucht doch eh kein Mensch. Und das ganze Papier für die Plakate und Flyer könnte man auch für etwas Sinnvolleres verwenden. Landet doch eh nur in der Papiertonne oder irgendwo in der Prärie. Nein, eine solche Materialschlacht ist nicht nur kostspielig, sondern auch sinnlos. Noch nie hat sich jemand gedacht „Oh, der Kandidat Kosslowski hat mir eine Bratwurst ausgegeben und einen Kugelschreiber geschenkt. Den wähle ich!“. Naja, falls das jemand mal tatsächlich gedacht hat, sollte demjenigen das Wahlrecht entzogen werden.
Naja, auch dieses Mal werden wir diesen Unsinn über uns ergehen lassen, und dann kann hoffentlich wieder konstruktiv weitergearbeitet werden. Bis dahin wünsche ich uns allen noch starke Nerven.