Gut, ich kenne das japanische Arbeitsleben jetzt nur aus Reportagen die in den Medien verbreitet werden, aber irgendwie bin ich kein so richtiger Fan davon. Vor allem, wenn ich SOWAS lese oder SOWAS oder SOWAS. Einen Punkt allerdings finde ich allerdings gut und zwar handelt es sich hier um das „Kaizen“. Was ist das? Kaizen ist eine japanische Lebensphilosophie und ein methodisches Management-Modell, das nach kontinuierlicher Verbesserung strebt. Kaizen setzt sich aus Kai (= Veränderung/Wandel) und Zen (= zum Besseren) zusammen. Wie die Übersetzung verdeutlicht, geht es bei Kaizen um die kontinuierliche Verbesserung. Dabei ist eine stetige und unendliche Verbesserung gemeint. Wer nach Kaizen lebt, sieht das Modell nicht nur als Methode, sondern vielmehr als eine Einstellung, bei es immer etwas zu verbessern, zu vereinfachen oder zu optimieren gibt, da das Optimum nie erreicht werden kann. (Quelle)
Dieses Modell, in dem Fehler nicht als Schande oder Schwäche angesehen werden, sondern als Chance zur stetigen Verbesserung, versuche ich auch hier auf meinem kleinen Blog in sehr kleinerer Form umzusetzen, damit ich mich von Artikel zu Artikel steigern kann. An dieser Stelle gehen herzliche Grüße an meine beiden Unterstützer Jörn und Klaus, die mir dabei helfen, indem sie mich regelmäßig auf Schwachstellen in meinen Artikeln aufmerksam machen. Nachdem ich hier als Ein-Mann-Show arbeite, bin ich da äußerst froh drum. (Danke Jungs!)
Ich kenne auch zahlreiche andere Personen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die so verfahren. Also Fehler als Chance zur ständigen persönlichen Weiterentwicklung sehen. Wobei ich glaube, dass sehr viele Menschen aus Fehlern, wenn sie diese denn mal eingesehen haben. Das gilt aber nicht für alle.
Tatsächlich ist es so, dass es genügend Menschen gibt, die sich selbst für unfehlbar halten. Nein, damit meine ich jetzt nicht den Papst oder irgendwelche anderen Kirchenvertreter, da gehört es ja irgendwo zur Folklore dazu, wie die Kamelle zum „Zoch“, sondern Menschen, die das ganz ernsthaft glauben.
Diese Menschen sind von ihrer eigenen Unfehlbarkeit, ihrer eigenen Perfektion, ihrer moralischen Integrität und der Richtigkeit ihrer – und nur ihrer ! – Meinung überzeugt, dass sie sich und ihre Meinung als sakrosankt, also unantastbar, halten, dass sie sich schon fast für Bodhisattvas halten. Als Bodhisattva wird im Buddhismus ein auf dem Heilsweg Fortgeschrittener bezeichnet, der aus Mitleid (karuṇā) mit den Lebewesen auf die endgültige Buddhaschaft – das Eingehen in das Nirvāṇa – verzichtet, bis er auch ihnen Erlösung verschafft hat. (Quelle)
Was für selbstlose Heilige!
Diese ihre unfehlbare Meinung tun sie dann auch zu allen möglichen Themen (egal ob sie sich damit auskennen oder nicht, ja sogar zu Themen, von denen sie noch nie gehört haben) kund und göbeln sie auf allen der modernen Gesellschaft zur Verfügung stehenden Wegen in die Welt. Ihr merkt, ich mag diese Vögel nicht, die gönnerhaft von oben herab meinen, die Menschheit mit dem moralisch erigierten Zeigefinger zu belehren. Am schönsten wird es ja dann, wenn man ihren Unwillen erregt hat, dann werden gleich Rechtfertigungen und Stellungnahmen verlangt. Was meinen diese Typen, wer sie sind? Die spanische Inquisition? (And wie know: Nobody expects the Spanish Inquisition!)
Nein, ich selbst komme mit sowas nur schwer zurecht, deswegen halte ich auch Abstand von solchen Typen. Nur lustig, dass die sich auch dauernd persönlich angesprochen und nehmen sich auch alles an. Von daher sind sie prädistiniert für Matthäus 7,3 😉 Interessant ist bloß, dass diese Herrschaften auch immer gleich irgendwelche Liebediener und Boppeskriecher finden, die sie beweihräuchern, ihnen schön nach dem Mund reden und für jeden kleinen Pups Applaus spenden. Faszinierend.
Naja, lassen wir diese selbstgefälligen Typen, dort wo sie hingehören, in ihrer kleinen, miefigen Echokammer. Ich bleibe lieber fehlbar und irre mich empor.
P.S. Wenn ich von diesen „Typen“ schreibe, sind Frauen natürlich mitgemeint, denn unter ihnen gibt es genausoviele solcher unangenehmen Exemplare, wie unter den Männern. Da nehmen sich die Menschen nix.