Wir kennen ja alle die leidigen Bilder der so genannten „Free Palestine-Kundgebungen“, wo ein pöbelnder und hysterisch kreischender Mob durch deutsche Innenstädte marodiert und zumeist antisemische Parolen skandiert.
Eine der Gruppen, die dort immer wieder auffallen, sind die „Queers for Palestine“. Ein Umstand, der mich immer wieder erstaunt. Naja, „erstaunt“ ist jetzt nicht so der richtige Ausdruck, ich empfinde es einfach als sackdämlich. Da demonstriert eine Gruppe für eine Terrorbande, die nicht eine Sekunde zögern würde, sie auf möglichst brutale Weise umzubringen. Gleichzeitig wird die einzig stabile Demokratie im Nahen Osten, in die zahlreiche muslimische Homosexuelle und Transpersonen fliehen, verteufelt. Wenn das nicht mal sackdämlich ist, dann weiß ich es auch nicht.
Aber kommen wir zu den Fakten.
Schauen wir uns mal die Lage von Homosexuellen in Israel an.
Homosexualität wurde in Israel 1988 entkriminalisiert, was bedeutet, dass gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen in privaten und öffentlichen Räumen legal sind. Es gibt keine speziellen Gesetze gegen Homosexualität. Dazu haben Homosexuelle die gleichen Rechte wie heterosexuelle Personen, was z.B. Arbeitsrecht, Gesundheitsversorgung und andere bürgerliche Rechte betrifft. Das Land hat in vielen Bereichen des Lebens eine weitgehende Gleichstellung erreicht.
Gleichgeschlechtliche Paare dürfen in Israel gemeinsam adoptieren. In den letzten Jahren gab es jedoch auch politische Auseinandersetzungen und Spannungen über die genaue rechtliche Anerkennung und den Status von gleichgeschlechtlichen Ehen oder Partnerschaften. Israel erkennt gleichgeschlechtliche Ehen jedoch nur dann an, wenn sie im Ausland geschlossen wurden. Homosexuelle Menschen dürfen in der israelischen Armee dienen, und es gibt Anti-Diskriminierungsrichtlinien. Israel hat in Bezug auf den Militärdienst eine fortschrittliche Haltung im Vergleich zu vielen anderen Ländern im Nahen Osten.
Im Allgemeinen ist Israel eine der liberaleren Gesellschaften im Nahen Osten bezüglich der Akzeptanz von Homosexualität. Es gibt eine aktive LGBTQ+-Community, die in großen Städten wie Tel Aviv sichtbar und sehr offen ist. Tel Aviv gilt als eine der „gay-freundlichsten“ Städte der Welt. Lediglich in streng religiösen oder konservativen Gemeinden (wie in ultraorthodoxen jüdischen oder arabischen Gemeinschaften) gibt es häufig noch eine starke Ablehnung gegenüber Homosexualität. Auch in der Politik, vor allem im rechten religiösen Spektrum, gibt es immer wieder Bestrebungen, die Rechte von LGBTQ+-Personen einzuschränken.
Schauen wir uns mal die Lage von Transpersonen in Israel an.
Transpersonen können in Israel ihren Geschlechtsstatus rechtlich anerkennen lassen, ohne eine geschlechtsanpassende Operation durchzuführen. Das war eine bedeutende Veränderung im Jahr 2002, als ein Gesetz verabschiedet wurde, das es Transpersonen ermöglichte, ihren Geschlechtsstatus nach einer psychologischen Begutachtung zu ändern. Außerdem haben sie Zugang zu medizinischer Versorgung und geschlechtsangleichenden Behandlungen. Die Kosten für geschlechtsangleichende Operationen und Behandlungen werden in vielen Fällen von der Krankenversicherung übernommen, was Israel in Bezug auf medizinische Versorgung für Transpersonen zu einem der fortschrittlicheren Länder im Nahen Osten macht. Auch sind Transpersonen durch Anti-Diskriminierungsgesetze geschützt, die auch auf die Geschlechtsidentität Anwendung finden.
Die Gesellschaft zeigt gemischte Reaktionen auf Transpersonen. Während Tel Aviv eine der fortschrittlichsten Städte in Bezug auf die LGBTQ+-Gemeinschaft ist, gibt es in anderen Bereichen Israels noch erhebliche Vorurteile. Transpersonen berichten von gesellschaftlicher Isolation, Diskriminierung und Schwierigkeiten, ihre Identität in bestimmten Kontexten zu leben. Aber es gibt eine aktive trans*-Community und viele Organisationen, die für die Rechte von Transpersonen kämpfen. Die Sichtbarkeit von Transpersonen hat in den letzten Jahren zugenommen, und es gibt Fortschritte in den Medien und der Politik, um ihre Rechte und Bedürfnisse zu adressieren.
Wie sieht es andererseits in den muslimischen Nachbarländern Israels aus?
Die Lage von Homosexuellen und Transpersonen in den meisten muslimischen Ländern ist im Vergleich zu westlichen Ländern oft deutlich schwieriger und von rechtlichen, sozialen und kulturellen Einschränkungen geprägt. Die Unterschiede innerhalb der muslimischen Welt sind jedoch signifikant, da sie sich je nach regionaler, politischer und religiöser Ausrichtung unterscheiden. Viele muslimische Länder basieren auf einem Rechts- und Wertesystem, das von der Scharia (Islamisches Recht) oder traditionellen islamischen Prinzipien beeinflusst ist, was in vielen Fällen zu Diskriminierung und Verfolgung von Minderheiten führt.
Schauen wir uns erstmal die Lage der Homosexuellen in den muslimischen Nachbarländern von Israel an.
In vielen muslimischen Ländern ist Homosexualität illegal und kann mit schweren Strafen belegt werden. In einigen Ländern wie Saudi-Arabien, Iran, Jemen und Somalia kann die Strafe für homosexuelle Handlungen sogar die Todesstrafe sein. Diese Gesetze basieren oft auf der Interpretation der Scharia, die homosexuelle Handlungen als schweres Vergehen betrachtet. In Ländern, in denen Homosexualität nicht mit der Todesstrafe bedroht wird, sind Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben oder deren sexuelle Orientierung bekannt wird, häufig mit langen Gefängnisstrafen, Schlägen oder anderen Formen von Gewalt konfrontiert. In Ländern wie Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gibt es Fälle von polizeilichen Razzien in Bars oder Clubs, die als Treffpunkte für homosexuelle Menschen dienen, was zu Verhaftungen und Misshandlungen führt. Die Eheschließung zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern ist in allen muslimischen Ländern illegal. Es gibt in diesen Ländern keine gesetzliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder Ehen.
Homosexuelle Menschen, insbesondere in ländlichen und konservativen Gebieten, erleben extreme soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt. Es gibt oft keinen gesellschaftlichen Rückhalt, und Homosexualität wird sowohl religiös als auch kulturell als unakzeptabel angesehen. Die Verfolgung homosexueller Personen kann nicht nur durch den Staat, sondern auch durch Familien und die Gesellschaft erfolgen. In einigen Städten gibt es kleine, versteckte Communities von LGBTQ+-Personen, die versuchen, ihre Identität zu leben, aber sie tun dies oft im Verborgenen, aus Angst vor Entdeckung. Aktivisten für LGBTQ+-Rechte sehen sich oftmals schweren Repressionen ausgesetzt, und es gibt nur wenige Möglichkeiten, sich öffentlich für ihre Rechte einzusetzen.
Und Transpersonen?
In den meisten muslimischen Ländern gibt es keine ausdrücklichen Gesetze, die die Rechte von Transpersonen anerkennen. In einigen Ländern, wie z.B. in der Türkei, gibt es eine begrenzte rechtliche Anerkennung von Geschlechtsumwandlungen, die es Transpersonen ermöglichen, ihren Geschlechtsstatus nach einer chirurgischen Behandlung zu ändern. In anderen Ländern, wie Saudi-Arabien, ist Transsexualität nicht anerkannt und kann zu strafrechtlichen Konsequenzen führen. In einigen Ländern gibt es eingeschränkten Zugang zu medizinischen Behandlungen für Transpersonen. In Ländern wie Iran gibt es eine paradoxe Situation: während Homosexualität strafrechtlich verfolgt wird, unterstützt der Staat Transsexualität und subventioniert sogar Geschlechtsumwandlungsoperationen. Dennoch bleibt der Zugang zu medizinischer Versorgung in vielen muslimischen Ländern eingeschränkt und abhängig von der gesellschaftlichen Akzeptanz.
Transpersonen in muslimischen Ländern erleben häufig extreme soziale Ausgrenzung und Diskriminierung. In vielen Gesellschaften werden sie als abweichend von der „normalen“ Geschlechterordnung betrachtet und können mit Gewalt, Armut und sozialer Isolation konfrontiert sein. In konservativen islamischen Gesellschaften ist es schwer, eine transgeschlechtliche Identität zu leben, ohne auf extreme Ablehnung zu stoßen. Da die Gesellschaft und viele religiöse Institutionen transgeschlechtliche Menschen ablehnen, haben diese wenig Unterstützung durch die Gemeinschaft. Aktivisten, die sich für die Rechte von Transpersonen einsetzen, sind häufig Ziel von Verfolgung und Repression.
Fassen wir zusammen: Die Lage von Homosexuellen und Transpersonen in den meisten muslimischen Ländern ist von erheblichen Herausforderungen geprägt. Während es in einigen Ländern Fortschritte in Bezug auf die Rechte von Frauen und Transpersonen gibt (z.B. in der Türkei oder Iran), sind die meisten muslimischen Länder von sehr restriktiven, traditionellen und teils repressiven Gesetzen und sozialen Normen geprägt. Die gesellschaftliche Akzeptanz von LGBTQ+-Menschen ist in vielen dieser Länder äußerst gering, und sowohl Homosexuelle als auch Transpersonen sind oft Opfer von Verfolgung, Gewalt und Ausgrenzung.
Also, während Homosexuelle und Transpersonen aus muslimischen Ländern nach Israel flüchten, um nicht möglichst brutal getötet zu werden (anzünden, an Kränen aufhängen, von Dächern werfen etc.), versuchen die „Queers for Palestine“ mit allen Mitteln, Israel zu diskreditieren. Dabei schrecken sie auch nicht vor äußerst unschönen Methoden zurück.
Natürlich kann man Israel kritisieren, das ist nicht das Thema, aber diese quasi Heldenverehrung für barbarische Hamas-Terroristen, die hier an den Tag gelegt wird, von einer Gruppe, die keine drei Tage im Gaza-Streifen überleben würden, die ist wirklich sackdämlich.
Beitragsbild: By JIP – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=151460108
Auf Deinen Faktencheck haben die woken Antisemiten schon länger eine Antwort, lieber Michael: Israel betreibe Pinkwashing, habe also nur deshalb so liberale Gesetze zu LBGTQ…., um die arabischen Staaten in schlechtes Licht zu rücken: https://de.wikipedia.org/wiki/Pinkwashing
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