Es ist schon ein seltsames Konglomerat von Gruppen und Menschen, die sich zusammengefunden haben, um dem Iran beizustehen. Von Rechtsaußen (Freie Sachsen, Pro Deutschland) bis Linksaußen (BSW, SED) haben sich die üblichen Schreihälse zusammengefunden, um ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen und Israel und die USA zu verdammen. Damit sind sie auch international in „guter Gesellschaft“, denn auch Rußland, China und Nordkorea fallen in diesen Tenor mit ein.
Als das Mullah-Regime kürzlich wochenlang Demonstranten erschießen, einsperren und foltern hat lassen, da hat man komischerweise von den gleichen Vögeln keinen Pieps gehört. Aber gut, das ist ja immer so. Als die so genannten Palästinenser am 7. Oktober 2023 auf abscheulich-brutale Weise Menschen abschlachteten, hörte man von dieser Versammlung auch nichts, denn schließlich waren die meisten Opfer ja nur Juden. Und die sind ja bekanntlich an allem schuld und die paar Nicht-Juden, mei, das waren halt Kollateralschäden, wo gehobelt wird… ihr wisst ja Bescheid. Immerhin hat ja auch die UN etwa all die bestialischen Vergewaltigungen nicht anerkannt. Außerdem hat ja diese italienische UN-Sonderbotschafterin wie heißt sie noch gleich… naja, egal, ihr wisst, wen ich meine, auch für die so genannten Palästinenser und sogar für die Hamas direkt Partei ergriffen, also, was wollt ihr denn.
Leute, mich kotzt diese Doppelmoral so etwas von an, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Seit guten drei Jahren belästigen diese so genannten Palästinenser uns mit ihrem aggressiven Geplärre, zerlegen Hörsäle (das waren bestimmt ganz böse kolonialistische Hörsäle und die Möbel darin waren üble zionistische Stühle, Tische und Schränke. Gescheit Recht geschah es ihnen!), terrorisieren unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens. Verdrehen Fakten, verdrehen die Geschichte, verdrehen alles. Und die moralisch degenerierte linke Hauptstadt Bourgeoisie und sämtliche Pseudo-Intellektuelle landauf landab klatschen Beifall.
Wenn man dann auch noch eine Aktion wie dieses abscheuliche „Kufijas* in Buchenwald“ sieht, dann weiß man erst, wie moralisch verwahrlost diese Szene ist. Als hätten die so genannten Palästinenser nicht schon genug Aufmerksamkeit und Medienpräsenz, können sie da nicht wenigstens die Gedenkstätten, die an die Shoa, also die schon fast industrielle Vernichtung von Juden erinnern, verschonen? Wie moralisch verlottert muss man sein, um so eine Aktion zu unterstützen?
Oder dieser Regisseur bei der Berlinale. Anstatt man ihm wegen seiner Drohungen (und nichts anderes waren es, als Drohungen) der Bühne verweist, klatscht das Publikum noch begeistert Beifall und der Einzige, der Charakter beweist und geht, der Umweltminister, der wird noch kritisiert. Und schon am nächsten Tag stehen die gesamten pseudo-linken Salonbolschewiki parat, um diesen Menschen zu verteidigen. Freiheit der Kunst blablabla. Leute, diese Rede hatte mit Kunst nichts zu tun. Diese Rede war politisch. Sie war eine Drohung. Und sie war entlarvend. Denn endlich hat man mal gesehen, wie diese Leute wirklich ticken. Listen von Gegnern zu führen ist ja eine schöne, interfraktionelle Tradition. Die Nazis haben das gemacht, die Kommunisten haben das gemacht und so weiter und so fort.
Und, lieber Herr Dingsbums, jetzt habe ich den Namen vergessen. Moment. Achja Abdallah Alkhatib, mich kannst Du auch gleich mal auf Deine schöne Liste setzen, denn ich stehe sicherlich nicht auf der Seite von Dir und Deinesgleichen.
Ich frage mich nur, wo diese Verliebtheit in die so genannten Palästinenser (hauptsächlich) bei den Linken herkommt. Noch nicht einmal ihre moslemischen Brüder und Schwestern wollen diese Leute haben. Habt ihr schonmal die Grenzsicherungsanlagen zwischen Gaza und Ägypten gesehen? Dagegen sind die auf israelischer Seite pillepalle. Warum nehmen Tunesien, Marokko, Saudi-Arabien und wie die Länder alle heißen denn keine Flüchtlinge aus Gaza auf? Gerade die Ölstaaten am persischen Golf hätten ja auch die finanziellen Mittel, zu unterstützen. Aber selbst die wissen, warum sie es nicht tun, nämlich weil sie sich nicht die Hamas ins Land holen wollen. Der Libanon war ihnen Warnung genug. Nachdem Jordanien das PLO-Pack mit seinen Milizen losgeworden ist, gingen sie in den Libanon. Was dann folgte: Bürgerkrieg. Interessant war auch, was damals in Kuweit geschah. Kuweit nahm zahlreiche so genannte palästinensische Flüchtlinge auf und versorgte sie. Was geschah, als der Irak in Kuweit einmarschierte? Schneller als man „Verrat“ sagen konnte, stand die PLO und mit ihr ein großer Teil eben jener vorgenannten Flüchtlinge auf Seiten des Irak. Einen interessanten Artikel könnt ihr hier dazu lesen: Direktlink zu Theins
Vor allem frage ich mich, warum gerade Queere und Feministinnen sich so ins Zeug legen, haben doch gerade islamische Gelehrte festgestellt, dass die Unterstützung der Hamas durch die LGBTQ-Community zu deren Niederlage geführt habe. Sie vertreten die Ansicht, dass der Beistand solcher Gruppen die Sache entweihe, da Homosexualität in ihrer Auslegung des Islam abgelehnt wird. In einem Kommentar in der taz schreibt Jan Feddersen: Wo er recht hat, hat er recht, zumindest diesmal: Israels Premierminister Benjamin Netanjahu spottete neulich bei seiner USA-Reise, wenn er von „Gays for Gaza“-Protesten höre, sei das ungefähr so, als demonstrierten Hühner für KFC, „Kentucky Fried Chicken“, also für ihre sichere Verwendung als Fast Food. Und es stimmt ja: Schwule Männer werden in Iran zur Strafe von Hochhäusern hinab zu Tode gebracht; in palästinensischen Gebieten, in Gaza wie im Westjordanland, sind Queers bedroht, in Gefahr, gefoltert und getötet zu werden. Wer die Verhältnisse dort für queerfreundlich hält, glaubt wohl irgendwann auch, NS-Konzentrationslager seien Luftkurtorte gewesen. (Direktlink zur TAZ) Und wo der Kolumnist nun mal recht hat, hat er recht.
Dass sich gerade „moderne“ Feministinnen so ins Zeug für eine derart patriarchale und paternalistische Gesellschaft legen, statt ihre Schwestern in Gaza unterstützen, sich von eben jenem zu befreien, ist auch ein mehr als schlechter Witz.
Die „Jüdische Allgemeine“ schreibt dazu treffend: Der Terror der Hamas – einer autoritären, queerfeindlichen, frauenverachtenden und antisemitischen Organisation – wurde im Westen zum Projektionsraum revolutionärer Sehnsüchte. Nach dem 7. Oktober 2023 wurde der Angriff auf israelische Zivilistinnen und Zivilisten teils verharmlost und als »Widerstand« verklärt, als Beweis, dass es irgendwo noch ungebrochenen revolutionären Kampf gibt, während die Ideologie der Hamas ausgeblendet blieb. An die Stelle linker Handlungsfähigkeit trat moralische Selbstvergewisserung in einem nur ausschnitthaft verstandenen Konflikt. Die Parole vom »befreiten Palästina«, die faktisch auf die Zerstörung Israels zielt, ignoriert innere Widersprüche. Eine simplifizierende Moralgrammatik – Unterdrücker versus Unterdrückte – ersetzt Differenzierung, legitimiert Gewalt und begünstigt Bündnisse mit reaktionär-islamistischen, anti-emanzipatorischen Kräften. (Direktlink zur Jüdischen Allgemeinen)
Wobei ich manchmal auch das Gefühl habe, dass die so genannten Palästinenser auch als die neuen „edlen Wilden“ gesehen werden, so wie sie immer als moralisch überlegen dargestellt werden, unschuldig und frei von den negativen Aspekten moderner Gesellschaften wie Habgier, Neid, Krieg und Bürokratie, quasi als Held, der soziale Normen hinterfragt und ein Leben in Gemeinschaft, Mut und Abenteuer führt. Oder so.
Vielleicht ist der Gaza- und jetzt auch der Iran-Konflikt für solche Menschen einfach ein willkommener Anlass, vermeintlich ungestraft und vermeintlich gesellschaftlich akzeptiert, seinen eigenen Judenhass auszuleben.
Man sieht wieder sehr genau die Bestätigung dessen, was ich immer sage: Antisemitismus als rein „Rechtes“ Problem zu sehen ist viel zu kurz gedacht. Antisemitismus gibt es in jedem politischen Lager, in jeder Bildungs- und in jeder Gesellschaftsschicht. Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem!
*Ist mir scheißegal, wie das geschrieben wird.
Ein Gedanke zu “Von Doppelmoral, Antisemitismus und vermeintlich edlen Wilden”