Dampfplauderei hilft nicht gegen Antisemitismus

Ich habe ja aktuell ein massives Verständnisproblem.

Seitdem die Hamas am 7. Oktober 2023 rund um den Gaza-Streifen ein barbarisches Gemetzel veranstaltet hat und daraufhin die IDF losgeschickt wurde, um die Geiseln zu befreien, gibt es weltweit massive antisemitische Ausschreitungen, die sich unter dem Deckmäntelchen der „Israel-Kritik“ einen pseudo-demokratischen Anstrich geben. Warum jetzt allerdings etwa Studierenden ohne israelische Staatsbürgerschaft, dafür mit jüdischem Glauben der Zugang zu den Campi der diversen Universitäten und Hochschulen verwehrt wird, konnte mir jetzt auch niemand erklären. Genauso wenig, wie die Tatsache, warum man die Geschäfte deutscher Staatsbürger mit jüdischem Glauben boykottiert.

Nicht nur, dass das doch schon sehr an die SA-Boykotte der Jahre 1933ff erinnert, was soll das bringen? Außer natürlich, dass sich die Pro-Hamas-Demonstranten selbst demaskieren und zeigen, dass ihre Proteste eben doch antisemitisch sind. Was ja auch kein Wunder ist, denn der islamo-faschistische-Pöbelhaufen, der sich Hamas nennt hat sich ja auch die Vernichtung des jüdischen Volkes auf die Fahnen geschrieben.

Aber um auf mein Verständnisproblem zurückzukommen.

Also da marodiert ein Mob durch Berlin/Hamburg/Essen/Bremen und was weiß ich noch wo. Da werden Universitäten besetzt und verwüstet, die Presse angegangen, dem Staat Israel das Existenz- und den Juden das Lebensrecht abgesprochen. Neben den arabischstämmigen Personen rekrutiert sich dieser durchaus bedrohliche Haufen noch aus selbsternannten linken Gutmenschen, die im Palästinenser den „Edlen Wilden“ ihrer Zeit sehen. Was ja auch wieder eine rassistische Sicht dieser Herrschaften auf den Palästinenser widerspiegelt. Professorende unterstützen die islamo-faschistische Front und lassen sie gewähren. Gut, die Linke hatte ja schon immer ein genauso großes Antisemitismus-Problem wie die Rechte, so hat die DDR ja nie den Staat Israel anerkannt und die PLO massiv mit Waffen und Ausbildern unterstütze.

Btw. was ich da auch so interessant an diesen „Völkermord“-Plärrern finde ist, dass in Gaza ja tatsächlich kein Völkermord stattfindet, egal wie oft und wie laut und wie hysterisch das dahin gekreischt wird. Aber da, wo tatsächlich ein Völkermord stattfindet, wie etwa an den Uiguren in China oder an den Masalit im Sudan, da schweigt der Pöbel, Pardon, die Palästinenserunterstützer. Ob das wohl daran liegt, dass die Täter im ersten Fall die Chinesen und im zweiten Fall selbst Moslems sind? Bitte erklärt mir doch diese ekelhafte Doppelmoral.

Ist es nicht vielmehr so, dass euch die Palästinenser scheißegal sind und ihr „Aktivisten“ durch sie nur einen Vorwand habt, um euren Judenhass ungehemmt auszuleben? Kommt. Seid ehrlich. Wenigstens einmal.

Aber gut, mein Verständnisproblem.

Immer wenn eine besonders ekelhafte Demo durch Berlin marodiert, ein Pöbelhaufen eine Uni besetzt oder ein Student halbtot geprügelt wird, kann man beobachten, wie unsere Politisierenden jedweder Couleur reflexhaft ihr rhetorisches Antisemitismus-Programm abspulen. Nie wieder ist jetzt… blablabla… wir werden uns mit allen Mitteln… blablabla… die Zivilgesellschaft muss sich wehren… blablabla. Ihr kennt das und ich kenne das.

Wo jetzt mein Verständnisproblem liegt ist, warum danach nichts weiter passiert. Sobald das Programm abgespult ist passiert … nichts. Absolut nichts, niente, null. Wir als Bevölkerung können so oft gegen Antisemitismus demonstrieren, bis wir schrumpelig werden, aber mehr können wir halt auch nicht tun. Die großen Weichen müssen doch von diesen Politikernden gestellt werden. Alle reden, wie schlimm der Antisemitismus ist, wie schlimm es ist, dass sich Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht mehr sicher fühlen können. Aber dann muss doch auch mal etwas unternommen werden, etwas Handfestes.

Aber mir kommt es so vor, als wollte man zwar mit dem Abspulen der Bedauerungslitanei die jüdische Gemeinschaft beschwichtigen, die andere Seite aber auch nicht zu viel reglementieren will. Ist ja ein guter Teil der Kreuzmachenden für die eigene Partei.

Nein, liebe Ampelnden, so geht es nicht weiter. So leid es mir für euch tut, aber wenn ihr jetzt mal nicht klare und eindeutige Grenzen aufzeigt, dann ist das Exkrement bald sehr am Dampfen.

Mein Favorit ist immer noch das Statement von Frau Faeser, in dem sie sagt, dass jetzt die Politik gefordert sei, die jetzt bei Hochschulbesetzungen und Demonstrationen durchgreifen müsse. Ja. Mensch. Wenn man an ihrer Stelle jetzt eine politisierende Person kennen würde. Vielleicht noch aus der Regierung. Vielleicht sogar eine Innenministerin. Das wäre ein Ding…

Als der islamo-faschistische Mob durch Essen marodierte, wagte ich es, auf Twitter anzumerken, dass diese Bilder der AfD mindestens ein paar Prozent bei den nächsten Wahlen bringen. Was geschah? Man versuchte mich niederzubrüllen, mit Beschimpfungen und solchen Gedöns. War mir wurscht.

Anscheinend ist Antisemitismus von linker oder arabischer Seite für unsere Politikernden unsichtbar. Dabei muss man ganz deutlich sagen:

Antisemitismus von rechts ist scheiße!

Antisemitismus von links ist scheiße!

Antisemitismus von Deutschen ist scheiße!

Antisemitismus von Arabern ist scheiße!

Oder kurz:

Antisemitismus ist IMMER scheiße!

Zum Antisemitismus gehört ja auch, dass man die Opfer des 7. Oktober, die teilweise auf bestialische Art und Weise massakriert wurden, negiert, verhöhnt oder komplett ausblendet. Nicht nur vom Straßenmob, sondern auch von den UN-Institutionen. Anscheinend gilt jüdisches Leid nichts. Das ist so zum Kotzen.

Auch, dass die gesamte IDF-Operation sofort beendet wäre, wenn die Hamas die Geiseln frei ließe, wird komplett ignoriert. Man weiß ja eh nicht, wie viele von diesen bedauernswerten Menschen noch in der Gewalt dieser Gangster sind. Die Hamas hält ja sogar Leichen zurück, um mit ihnen Geschäfte zu machen.

Und bevor mich jetzt wieder irgendjemand voll blubbert: natürlich ist Kritik an Israel und seiner Regierung legitim. Genauso wie man Ungarn, Deutschland, Frankreich oder Chile kritisieren kann. Ein Großteil der Israelis hat dies ja auch schon selbst getan, als sie gegen Netanyahu und seine Regierung demonstriert hat. Aber hier wird versucht, geifernden Judenhass notdürftig unter dem Deckmäntelchen der Israelkritik zu verstecken.

Wenn sich heute Jüdinnen und Juden nicht mehr sicher in Deutschland fühlen können, dann ist das ein unhaltbarer Zustand und jeder einzelne von uns muss alles daransetzen, dass dies geändert wird. Ich werde meinen Teil dazu beitragen – Du auch?

5 Gedanken zu “Dampfplauderei hilft nicht gegen Antisemitismus

  1. Dem ist nichts hinzuzufügen. Allerspätestens seit dem Angriff vom Oktober ’23 hat die Hamas jegliches Recht auf Solidarisierung verwirkt. Wer so handelt ist unglaubwürdig, wenn es um den Friedensprozess im nahen Osten geht, und kann kein Verhandlungspartner sein. Israel hat, bei aller Brisanz der Situation, das Recht auf Selbstverteidigung.

    Die Diskussion über Optionen des Friedensprozesses – und nur den darf es geben, Israel hat ein Existenzrecht – muss meines Erachtens nun auf der palästinensischen Seite geführt werden. Dazu müssen wir deutliche Worte einfordern, die den brutalen und unmenschlichen Angriff der Hamas auf Zivilisten verurteilen. Und auch entsprechende Taten. Nur das palästinensische Volk hat es in der Hand zu entscheiden, wer für es spricht, da es eben auch die Konsequenzen dieser Entscheidung tragen muss. Und daher sollte die Wahl nicht auf Hamas oder Hisbollah fallen.

    Das sei auch den Leuten ins Stammbuch geschrieben, die an Unis demonstrieren. Antisemitismus geht gar nicht. Und wenn Leute zu strunzdoof (oder ignorant, oder eben antisemitisch) sind, um zwischen Israel und Juden in anderen Ländern zu unterscheiden, sollten sie sich überlegen, ob sie an einer Universität richtig sind.

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    1. „Und wenn Leute zu wenn Leute zu strunzdoof (oder ignorant, oder eben antisemitisch) sind, um zwischen Israel und Juden in anderen Ländern zu unterscheiden, sollten sie sich überlegen, ob sie an einer Universität richtig sind.“

      Die Leute sind nicht zu doof oder ignorant. Sie sind von einem Virus namens „Identitätspolitik“ der Variante „Postkolonialismus“ infiziert, welcher sich ausgehend von den USA seit vielen Jahren unbemerkt in deutschen Hochschullandschaft verbreiten konnte, um dann mit dem Oktober 2023 in voller Wucht auszubrechen.

      Sehr grob vereinfacht heißt das, dass die Palästinenser ein indigenes Volk sind, welches seit Jahrhunderten die Landschaft zwischen Mittelmeer und Jordan besiedelt hat. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie von europäischen Juden erobert und kolonisiert und leben seit beinahe 80 Jahren als Menschen 2. Klasse in einem Quasi-Apartheitsstaat. Die Hamas hingegen sind eine progressive Widerstandsgruppe, die nur für die Freiheit des geknechteten palästinensischen Volkes kämpft.

      Klingt irgendwie wirr? So argumentiert aber z.B. Judith Butler, die „Star“philosophin und Säulenheilige der „Erweckten“ und kann sich dann des Applaus vieler ihrer oftmals geisteswissenschaftlichen Mitstreiter in den Hochschulen, des „linken“ Kulturbetriebs, aktivistischer Lobbyvereinigungen, UNO-Organen und verschiedenster sog. progressiver Politiker sicher sein.

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  2. „Und wenn Leute zu strunzdoof (oder ignorant, oder eben antisemitisch) sind, um zwischen Israel und Juden in anderen Ländern zu unterscheiden, sollten sie sich überlegen, ob sie an einer Universität richtig sind.“

    Die Leute sind nicht zu doof oder ignorant. Sie sind von einem Virus namens „Identitätspolitik“ der Variante „Postkolonialismus“ infiziert, welcher sich ausgehend von den USA seit vielen Jahren unbemerkt in deutschen Hochschullandschaft verbreiten konnte, um dann mit dem Oktober 2023 in voller Wucht auszubrechen.

    Sehr grob vereinfacht heißt das, dass die Palästinenser ein indigenes Volk sind, welches seit Jahrhunderten die Landschaft zwischen Mittelmeer und Jordan besiedelt hat. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie von europäischen Juden erobert und kolonisiert und leben seit beinahe 80 Jahren als Menschen 2. Klasse in einem Quasi-Apartheitsstaat. Die Hamas hingegen sind eine progressiven Widerstandsgruppe, die nur für die Freiheit des geknechteten palästinensischen Volkes kämpft.

    Klingt irgendwie wirr? So argumentiert aber z.B. Judith Butler, die „Star“philosophin und Säulenheilige der Erweckten und kann sich dann des Applaus vieler ihrer oftmals geisteswissenschaftlichen Mitstreiter in den Hochschulen, des „linken“ Kulturbetriebs, aktivistischer Lobbyvereinigungen, UNO-Organen und verschiedenster sog. progressiver Politiker sicher sein.

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    1. „Die Leute sind nicht zu doof oder ignorant. Sie sind von einem Virus namens „Identitätspolitik“ der Variante „Postkolonialismus“ infiziert […]“

      Mag sein, aber dazu ist ein ordentliches Brett vor dem Kopf erforderlich, dick belegt mit Antisemitismus. Sonst käme dem einen oder anderen vielleicht auch mal gesunder Zweifel.

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      1. Noch ein verspäteter Gedanke dazu:

        „Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie von europäischen Juden erobert und kolonisiert[…]“

        Nach derselben kranken Logik hätte es zu Zeiten der Apartheid in Südafrika in Europa zu Gewalt gegenüber Briten und Niederländern kommen müssen, denn von diesen Völkern stammt die Mehrheit der weißen Südafrikaner ab. Ich kann mich jedoch an nichts dergleichen erinnern. Hier scheint das Differenzierungsvermögen ja funktioniert zu haben.

        Nein, ich vermute, dass hier ein Antisemitismus einfach niemals verschwunden war. Insofern scheint dieser „Postkolonialismus“ auf einem reichlich vorhandenen Substrat (einem „Schoß, der fruchtbar noch“ ist…) prächtig zu gedeihen.

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