Kein Impftermin für den Onkel

So, heute hätte ich nun meinen Impftermin gehabt, natürlich mit dem Vakzin von AstraZeneca. Ich hatte mir extra einen Tag Urlaub genommen und früh noch einen Termin zur Blutentnahme gebucht, damit auch das endlich erledigt ist. Aber dann kam gestern am Nachmittag die Meldung, dass die Impfungen mit AZ ausgesetzt werden. Und während ich noch im Auto sitze und nach Hause fahre, kommt auch schon der Anruf von meinem zuständigen Impfzentrum (mich hätte fast der Schlag getroffen, als meine Freisprecheinrichtung anfing zu bimmeln, mich ruft sonst nie jemand im Auto an…), dass der Termin abgesagt ist. Nein, man wisse auch nicht, wie es weiter geht, ob man sich wieder „hinten anstellen“ müsse, man wisse noch gar nichts, nur, dass jetzt nicht geimpft wird, das weiß man. Mir tat der gute Mann leid. Da sitzt er mit seinen Kolleginnen und Kollegen im Impf-Zentrum, muss den Menschen ihre Hoffnung nehmen und sich wahrscheinlich noch von jedem zweiten blöd ankäsen lassen, obwohl er gar nichts dazu kann sondern nur wieder das kleinste Rädchen im Getriebe ist.

Jetzt schauen wir mal, wie es weiter geht, mit der ganzen Geschichte. Was ich so in den sozialen Netzwerken mitbekomme, schlägt sie da ja recht hohe Wellen, was ja auch verständlich ist, ist die ganze Kampagne von der Beschaffung des Impfstoffs bis heute jetzt in einer Art und Weise gelaufen, die man selbst bei allem Wohlwollen als „verbesserungswürdig“ bezeichnen kann. Ich selber möchte ja wieder das Bild von der Kuh beim Hand (oder Huf-) stand bemühen, so haben’s sich angestellt. Aber gut, jetzt ist die Situation nun mal da und wir müssen uns arrangieren, auch wenn sicherlich uns allen das ganze Pandemiegedöns mehr auf die Nerven geht wie ein unmusikalisches Nachbarskind, das bei offenem Fenster Klarinette übt.

In letzter Zeit hatte ich aber auch den Eindruck, dass die Kommunikation zum Impfstoff von AstraZeneca schon äußerst unglücklich war. Und das ist sehr vorsichtig ausgedrückt. Alleine wenn ich die Aussagen von Herrn „Weltärztepräsident“ Montgomery anschaue, der in der Rheinischen Post erst Zweifel gesät hatte und dann wie weiland Konrad Adenauer umschwenkte. Aber sei es wie es will. Ich für meinen Teil wäre jetzt sehr zufrieden, wenn unsere Medien nun endlich wieder die Bevölkerung ruhig und sachlich unterrichten würden und nicht wie ein Haufen aufgescheuchter Goldbroiler in Wartestellung durch die Gegend marodieren würden und Leute und Vieh verrückt machen würden.

Ich warte jetzt einfach ab und bin erwartungsoffen. Mittlerweile bin ich eh soweit, dass ich das ganze Gedöns einfach hinnehme, egal was kommt. Hilft ja nix, alles andere macht einen ja nur kaputt.