Gelesen: Kreil, Christian: Fakemedizin

Christian Kreil kann man getrost als steten Stachel im Fleisch von Esoterikern und „Alternativmedizinern“ bezeichnen. Der österreichische Ethnologe und Journalist nimmt in seinem Blog „Stiftung Gurutest„, der im Standard erscheint, alle diejenigen aufs Korn, die Menschen mit den abstrusesten Versprechungen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Der Fokus liegt hier landsmannschaftlich bedingt natürlich auf österreichische Fakemedizinern und Esoterikern.

Und der Herr Magister Kreil hat jetzt auch noch ein Buch geschrieben. Und der Onkel hat’s gelesen. Und es hat ihm gefallen.

Schon der Titel ist bezeichnend, ist doch nicht von „Alternativmedizin“ die Rede, sondern von Fakemedizin. In der Einführung begründet Kreil auch, warum dem so ist.

Das Buch ist ein Rundumschlag gegen diese Fakemedizin und was mir besonders gut gefällt ist, dass nicht nur die Faketherapien vorgestellt werden, sondern auch die Personen, die dahinter stecken. Denn der erste große Block sind die Vorstellungen von elf bekannten „Gurus“, die den Menschen das Hirn mit irgendwelchem parawissenschaftlichen Unsinn verkleistern. Vom MMS-Apostel Jim Humble über Rüdiger Dahlke, Rudolf Steiner hin zu Ryke Geerd Hamer und Sucharit Bhakdi.

Im zweiten großen Teil dreht sich in 21 Kapiteln alles um die Faketherapien. Dies sind nicht nur die pseudomedizinischen Dauerbrennern Homöopathie oder Anthroposophischer Medizin, sondern auch Bioresonanz, Aurachirurgie, Fernheilung und Heilung zum Aufmalen werden thematisiert. Natürlich findet auch die aktuelle Corona-Pandemie und die damit einhergehende Schwurbelmedizin ihren Niederschlag, genauso wie die Impfgegner und ihr unwissenschaftlicher Unsinn.

In treffender und pointierter, teilweise bissiger Sprache nennt Kreil die Dinge beim Namen. Und das ist sehr erfrischend. Christian Kreil hat mit seinem Buch einen Nerv getroffen, was man schon an den Rezensionen (aka „Rezessionen“) bei Amazon sieht. Schauen wir uns nur einmal die Überschriften an: „Persönliche Abrechnung des Autors“ heißt es da oder „Sagt mehr über den Autor aus, Inhalt schwach“ oder „Fishing for compliments – Polemik-Literatur eines Laien – nutzlos“ und mein persönlicher Liebling: „Ein Skeptiker läuft Amok“.

Mein Fazit: ein hervorragendes Buch, das in jede skeptische, aber auch in jede andere, Bibliothek gehört. Also: gehet hin und kaufet es, verschenkt es, empfehlt es!

Ein Gedanke zu “Gelesen: Kreil, Christian: Fakemedizin

  1. Was zum Teufel ist Aurachirurgie? Schneiden mit einem Skalpell aus Quantengedöns? Oder wird mit dem Mentalmesser an der Aura eines Menschen rumgeschnippelt? Und gibt es auch Auraophtalmologie und Aurainternistik? Wahrscheinlich nur Auraradiologie, oder? Eine Aura ist ja irgendwas Strahlendes, Heiligenscheiniges, äh Scheinheiliges.

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