Die Wiener Ringstraße – Boulevard der Freiheit für die Wiener Juden

Man braucht ja nur in Wien an den Ring schauen, die ganzen jüdischen Pracht-Palais. Da sieht man wieder, dass die Juden immer Geld hatten. Und das konnten sie ja sicher nicht auf ehrlichem Weg erwirtschaftet haben! Das ist ein Vorurteil, das ich immer wieder bei den Diskussionen nach meinen Vorträgen höre. Das Perfide an diesem … Weiterlesen Die Wiener Ringstraße – Boulevard der Freiheit für die Wiener Juden

Über das Recht, sein Steckenpferd zu reiten – oder: Die Höflichkeit der Vernunft

Es gibt Sätze, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken und doch ein ganzes Weltbild tragen. Einer davon stammt aus Laurence Sternes Tristram Shandy: Solange ein Mensch sein Steckenpferd friedlich und ohne Aufsehen auf des Königs Landstraße reitet und weder Sie noch mich zwingt, hinter ihm aufzusitzen – ei, mein Herr –, was geht es … Weiterlesen Über das Recht, sein Steckenpferd zu reiten – oder: Die Höflichkeit der Vernunft

Zwischen Duldung und Ausschluss – Die Juden in Wien vor 1848

Wien, im Vormärz, ist ein Ort der Gegensätze: höfische Pracht, musikalische Blüte, geistiger Aufbruch – und zugleich ein gesellschaftliches Gefüge, das von rigiden Schranken, ständischen Privilegien und religiösem Ausschluss geprägt ist. Besonders augenfällig wird dies in der Stellung der jüdischen Bevölkerung, deren Existenz im Habsburgerreich, und namentlich in der Reichshaupt- und Residenzstadt, seit jeher ein … Weiterlesen Zwischen Duldung und Ausschluss – Die Juden in Wien vor 1848

Im Schatten der Münze – Warum Juden zu Geldverleihern wurden

Es gehört zu den bittersten Ironien der europäischen Geschichte, dass ausgerechnet jene soziale Rolle, in die Juden über Jahrhunderte gedrängt wurden, später zum Nährboden für ihre Verfolgung wurde. Der jüdische Geldverleiher – ein Bild, das sich tief in das kulturelle Gedächtnis Europas eingebrannt hat, häufig karikiert, verzerrt, dämonisiert. Doch wer dieses Bild versteht, muss tiefer … Weiterlesen Im Schatten der Münze – Warum Juden zu Geldverleihern wurden

Die Sünde des Geldes – Über das christliche Zinsverbot und seine Auflösung

Lange bevor sich das moderne Finanzwesen entfalten konnte, galt Zinsnahme in der christlichen Welt als eine moralisch verwerfliche Praxis – ein Ausdruck von Gier, von ökonomischer Unnatur. Geld, so der Grundgedanke, darf sich nicht vermehren. Es darf, um mit Aristoteles zu sprechen, nicht „fruchtbar“ sein. Und dennoch war der Wunsch nach Kapital, nach Kredit und … Weiterlesen Die Sünde des Geldes – Über das christliche Zinsverbot und seine Auflösung

Über die Verpestung der Moral durch eitlen Schein

Ein unzeitgemäßer Sermon über die Captatio Benevolentiae, den moralischen Exhibitionismus und die gottlose Selbstverklärung des Tugendhaften „Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu üben, um von ihnen gesehen zu werden.“(Matth. 6, 1) I. Vorspiel der Heuchelei Es ist eine alte, aber unverwüstliche Krankheit der Menschheit, dass sie lieber den Anschein des Guten liebt als … Weiterlesen Über die Verpestung der Moral durch eitlen Schein

Benjamin Netanjahu – Ein Feigenblatt für Antisemiten

Wenn Gymnasiasten gerade ihr Abitur gemacht haben, halten sie sich ja für besonders schlau und haben für so ziemlich jedes Problem eine Patentlösung, die sich allerdings bei näherer Betrachtung als Milchmädchenlösung herausstellt. Oder sie argumentieren in Diskussionen ziemlich „schlau“ daher, merken aber selber nicht, wie kurz sie intellektuell springen. Ein Beispiel dafür ist eine Forderung, … Weiterlesen Benjamin Netanjahu – Ein Feigenblatt für Antisemiten

KI – Untergang oder Auftrieb?

Es gibt ja Menschen, die behaupten, die Künstliche Intelligenz sei das Ende des Abendlandes. Aber das ist ungefähr so überraschend, wie wenn mein Onkel Wilhelm nach dem dritten Kümmel sagt: „Jetzt ist aber Schluss.“ Das Ende des Abendlandes wurde nämlich schon so oft ausgerufen, dass es eigentlich längst in einem gepflegten Endlosruhestand sein müsste. Buchdruck … Weiterlesen KI – Untergang oder Auftrieb?

Zwischen Kritik und Ressentiment – Wann Israel-Kritik antisemitisch wird

Kaum ein anderes Thema entzweit die Öffentlichkeit so zuverlässig wie die Politik Israels. Wo die einen nur eine „normale“ Regierung sehen, deren Entscheidungen wie die anderer Staaten Gegenstand scharfer Kritik sein dürfen, erkennen andere eine Sonderstellung: Israels Politik sei mit der Geschichte des Antisemitismus so untrennbar verbunden, dass Worte hier schneller verletzen, abgleiten, entgleisen. Der … Weiterlesen Zwischen Kritik und Ressentiment – Wann Israel-Kritik antisemitisch wird

Genau! – Das nervtötende Kaugummiwort der Republik

Man hört es überall. An der Supermarktkasse, im Großraumbüro, beim Frühstücksfernsehen. Kaum bringt jemand einen Satz zustande, fällt er hinten krachend zusammen wie ein billiger Campingtisch – und dann muss noch dieses jämmerliche Krückenwort her: genau. Ein Geräusch wie der Klick einer Einwegfeuerzeugflamme, die sofort wieder ausgeht. Nichts dahinter. Genau. Zack, Thema erledigt. Und wozu … Weiterlesen Genau! – Das nervtötende Kaugummiwort der Republik