Wie die Wetter-App des DWD plötzlich kostenpflichtig wurde

Ich bin ja Pendler. Früh 30 Kilometer hin, abends 30 Kilometer zurück. Besonders jetzt im Winter ist das ein bisschen heikel, sind 30 Kilometer bei Glatteis und Schnee kein Spaß. Deswegen beobachte ich das Wetter ziemlich genau und nutze dazu hauptsächlich zwei Apps. Einmal die von Kachelmann-Wetter, weil die meiner Erfahrung nach einfach am zuverlässigsten und genauesten ist. Und die des Deutschen Wetterdienstes. Damit komme ich ganz gut durch den Winter und weiß, wann ich mal früher aus der heimatlichen Bettenburg krabbeln muss.

Beide Apps konnte man bisher übrigens kostenlos nutzen und bei Kachelmann-Wetter bleibt das auch so. Aber die App des DWD wird in Zukunft in der Vollversion Geld kosten. Nach ersten Berichten wohl einmalig 1,99 €. Gut, das ist jetzt nicht die Welt und ich werde mich wohl in diese Unkosten stürzen, ohne einen Kleinkredit aufnehmen zu müssen.

Aber warum ist das so? Warum muss ich für die Leistung einer durch Steuergelder finanzierten Behörde auch noch Geld bezahlen? Das ganze hängt an einer Klage des privaten Wetterdienstes „WetterOnline“, da eben diese Finanzierung durch Steuergelder zu einer Wettbewerbsverzerrung führe, verbreite der DWD nicht nur amtliche Warnmeldungen, sondern auch umfassende Informationen über das Wetter. Dem gab das Landgericht Bonn statt und so wird die App kostenpflichtig.

Ich bin kein Jurist und kann diese Entscheidung auch nicht kommentieren, was mich nun an der ganzen Sache wirklich aufregt sind nicht die 1,99 €, die ich zahlen muss, sondern wie sich die Firma „WetterOnline“ nun als Rechtswahrerin geriert. Wie hier in einem Meteorologieforum schlagen Vertreter der Firma gegenüber anderen Nutzern einen Ton an, der mich an einen arroganten Oberlehrer erinnert und streiten jedes wirtschaftliche Interesse an dieser Klage ab. Besonders bedauernswert ist dabei auch, wenn es sich bei einem Nutzer, der mir am unangenehmsten auffällt um den „Leiter der Unternehmenskommunikation und Pressesprecher“ von WetterOnline handelt. Vielleicht wäre eine andere Kommunikationsstrategie besser gewesen, dann müsste WetterOnline jetzt keinen Shitstorm über sich ergehen lassen. Die Bewertungen der WetterOnline-Apps sind aktuell auf jeden Fall im Tiefflug.

Interessant ist auch, dass der renommierte Wetterexperte Jörg Kachelmann der Firma „WetterOnline“ bereits seit einiger Zeit vorwirft, Vorhersagen zu fingieren, wie auf der Kurznachrichtenplattform Twitter (Ja, ich weiß, dass ihr wisst, was Twitter ist, aber ich wollte schon immer mal den Begriff „Kurznachrichtenplattform“ verwenden.) unter #FakeWetteronline zu lesen ist.

Bei mir jedenfalls geht der Plan nicht auf, ich zahle die 1,99 € gerne für ein gutes Produkt und freue mich, dass die App der „Wetter-Legende“ Kachelmann noch kostenfrei zu beziehen ist.

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