Die Homöopathie-Challenge des INH

Es ist eine interessante Frage, die nach dem Inhaltsstoff einer Tablette. Stellen wir uns mal vor, unser Oppa hat seine Medikamente herunter geworfen und jetzt liegen dutzende von weißen Tabletten durcheinander. Natürlich können wir zuerst nach Form und Größe sortieren, aber manche sehen auch gleich aus. Theoretisch könnten wir damit zum Chemiker gehen, damit der die Inhaltsstoffe mittels Massenspektrometer oder anderer Testverfahren bestimmt. Praktisch werden wir die gleichen Medikamente in ein Tütchen packen und beim nächsten Apothekenbesuch dort abgeben, um diese vernichten zu lassen.

Was macht man allerdings mit Globuli? Hier sind die Inhaltsstoffe der Urtinktur ja so stark verdünnt, dass sie nicht mehr nachweisbar sind. Wie können dann beispielsweise ein Arnica Globulus von einem Belladonna Globulus unterschieden werden?

Das möchte das INH, das Informationsnetzwerk Homöopathie, gemeinsam mit der GWUP nun wissen und deswegen hat es eine Challenge ausgelobt. Eine lukrative Challenge, wenn ich das vorweg nehmen darf, denn es winkt ein Preisgeld in Höhe von 50.000.–€. Muss eine alte Frau lange drum stricken.

Wann wird die Knete ausbezahlt? Ausbezahlt wird der Preis, wenn es einem Bewerber gelingt, drei Homöopathika in Hochpotenz (ab D24/C12) seiner Wahl zu bestimmen, die nach dem Zufallsprinzip auf insgesamt zwölf unbeschriftete Fläschchen verteilt werden. Die Methode ist dabei frei wählbar. „Die Kandidaten können modernste Analysegeräte benutzen, aber auch Verfahren wie Pendeln oder Kinesiologie anwenden“, erklärt GWUP-Vorsitzender Amardeo Sarma. Um die 50.000 Euro zu erhalten, müssen in zwei Durchgängen jeweils elf von zwölf Flascheninhalten identifiziert werden. (1)

Das dürfte für einen gestandenen Homöopathen ja kein so großes Problem sein, oder? Aber warum veranstalten GWUP und INH nun diesen Challenge? Nach dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstand ist diese Aufgabe nicht lösbar. Dennoch werden den Mitteln, die als Urtinkturen verwendet werden, seitens der Homöopathie in den Arzneimittellehren und Repertorien spezifische Eigenschaften zugeschrieben, die die Grundlage für die Verordnung und Anwendung der hochpotenzierten Präparate darstellen. Wir geben hiermit den interessierten Kreisen die Möglichkeit, uns zu widerlegen und durch eine erfolgreiche Bewältigung der gestellten Aufgabe zu beweisen, dass unsere auf die Naturwissenschaften basierende Sichtweise falsch, unvollständig oder anderweitig unzutreffend ist. Da dies zu erheblichen Forschungsaktivitäten von umwälzender Bedeutung führen dürfte, halten wir eine Förderung und Anerkennung in Form des Preisgeldes für angemessen. (2)

Und ehrlich gesagt sind die 50.000.–€ noch nichtmal soviel Geld, denn derjenige, der die Challenge erfolgreich absolviert, würde damit einige der bisher geltenden Naturwissenschaften widerlegen.

Hier erklärt Dr. Norbert Aust vom INH die Challenge bei der SKEPKON 2018:

 

(1) https://www.gwup.org/infos/nachrichten/2007-50-000-euro-fuer-einen-nachweis-homoeopathischer-wirkprinzipien (abgerufen am 4. Juni 2018)
(2) https://www.gwup.org/challenge-startseite (abgerufen am 4. Juni 2018)