Der Antisemitismus des Richard Wagner

Beschäftigt man sich auch nur ansatzweise mit dem Antisemitismus im 19. Jahrhundert, stößt man unweigerlich auf eine entscheidende Figur: Richard Wagner. Der Komponist und sein „Bayreuther Kreis“ waren ein starker Motor des Rassismus und des Antisemitismus, dessen Wirkungen bis weit in unsere Zeit hinein zu spüren sind.

In meiner Betrachtung muss ich allerdings eine Einschränkung machen: ob und wenn ja wie sich Wagners Antisemitismus auch in seinem musikalischen Schaffen zeigt, das kann ich nicht beurteilen. Weder mag ich Wagners Werk, noch kenne ich die Musiktheorie dazu gut genug, um mir hier ein Urteil zu erlauben, allerdings gibt es genügend Literatur zu diesem Thema, in die man sich einlesen kann.

Ach ja, bevor wir mit was anderem Anfangen: Germanen hatten keine Hörner am Helm! Das hat sich Wagner ausgedacht, damit die Germanen in seinen Opern heroischer aussehen. Tatsächlich wurde bisher noch nie ein Helm mit Hörnern gefunden.

So. Das musste mal gesagt werden!

Aber zurück zum Thema.

Wir dürfen annehmen, dass Wagner durch den starken Antisemitismus der Zeit in die er geboren wurde bereits seit Kindesbeinen an eine gewisse Prägung in diese Richtung erfahren hat, die sich weiter vertiefte. Dies verstärkt sich noch, als er 1839 mit seiner ersten Frau Minna nach Paris zieht und dort den großen Erfolg sucht. In etwa wie ihn der Komponist Meyerbeer hat, der mit seinen Opern „Robert der Teufel“ und „Die Hugenotten“ vom Pariser Publikum gefeiert wurde und mit „Der Prophet“ auf dem Höhepunkt seines Ruhms stand.

Oliver Das Gupta schreibt dazu in der Süddeutschen Zeitung: Den [Ruhm, nach dem Wagner so gierte] hat der Berliner Landsmann (und Jude) Giacomo Meyerbeer, der damals populärste Opernkomponist der Welt. Er verfügt über Geld und Verbindungen – Wagner hängt sich an ihn, schreibt ihm devote Briefe und bietet sich als „Sclave“ an. Meyerbeer protegiert ihn, gibt ihm Aufträge. Doch Wagner will nichts gelingen. Er lernt in Paris auch den deutschen Patrioten und getauften Juden Heinrich Heine kennen und lässt sich von ihm zum „Fliegenden Holländer“ inspirieren – ein Umstand, den er später geflissentlich verschweigen wird. Neid auf Meyerbeers Erfolg und dessen Weigerung dem Pumpgenie (Thomas Mann über Wagner) einen größeren Geldbetrag zu leihen, legen bei Wagner wohl den Schalter um. Richard Wagner wird aus persönlicher Antipathie zum Antisemiten. Dann wird alles so einfach: Alles Schlechte, was ihm widerfährt, ist nicht auf ihn zurückzuführen. Sondern auf die Juden.

Für Wagner ist die Sache einfach: er hatte keinen Erfolg, weil die Juden dank ihrer Emanzipation und Assimilation in die Schaltstellen von Presse- und Kunstbetrieb sickerten, konnten diese seine jüdischen Konkurrenten „hoch“ und ihn selbst „runter“ schreiben. Dass er massiv von Meyerbeer gefördert wurde, ignorierte er geflissentlich. Und so fügt er beispielsweise auch bereits 1841 dem „Fliegenden Holländer“ das antisemitische „Ahasver-Motiv“ bei. Ahasver, der „ewige Jude“ wird als Strafe für die Mitleidlosigkeit gegenüber Jesu auf dem Kreuzweg und die Zustimmung zur Kreuzigung dazu erst dann zu sterben, wenn Christus wiederkehrt. So lange muss er heimatlos durch die Welt ziehen.

1850 erscheint dann in der „Neuen Zeitschrift für Musik“ unter dem Pseudonym K[arl] Freigedank der Aufsatz Wagners mit dem Titel „Das Judenthum in der Musik“

In diesem Aufsatz bezieht sich Wagner auf einen kurz vorher erschienenen Artikel in der Zeitschrift, in dem ein „hebräischer Kunstgeschmack“ zur Sprache kam. Er wolle dem Publikum den Gegenstand näher erörtern, um das unwillkürlich Abstoßende, welches die Persönlichkeit und das Wesen der Juden für uns hat, zu erklären, um diese instinktmäßige Abneigung zu rechtfertigen, von welcher wir doch deutlich erkennen, dass sie stärker und überwiegender ist, als unser bewusster Eifer, uns dieser Abneigung zu entledigen.

Wagner spricht den Juden jede Schöpfungshöhe ab, sie könnten zwar die Kunst anderer Völker imitieren, aber nichts Neues schaffen. Mendelssohn Bartholdy, Jacques Offenbach und Giacomo Mayerbeer sind hierbei seine Hauptziele, denen er nur die Schaffung trivialer und unnötiger Werke quasi für das schnelle Vergnügen zu Gute hält.

Die Wikipedia schreibt dazu: Nach einleitenden Betrachtungen über eine vermeintliche übergroße Machtfülle der Juden („… der ‚Gläubiger der Könige‘ zum Könige der Gläubigen geworden.“) und über einen „unbesieglichen“ und „instinktmäßigen Widerwillen gegen das jüdische Wesen“ bezeichnet Wagner in seinem Aufsatz „den Juden“ an sich als „unfähig, durchseine äußere Erscheinung, seine Sprache, am allerwenigsten aber durch seinen Gesang, sich uns künstlerisch kundzugeben“, er könne „nur nachsprechen“ oder „nachkünsteln“. „Fremdartig und unangenehm“ sei in seiner Sprechweise ein, wie Wagner behauptet, „zischender, schrillender, summsender und murksender Lautausdruck“; ihren Kultus nennt er eine „Fratze des gottesdienstlichen Gesanges in einer Volkssynagoge“, in der „Sinn und Geist verwirrende[s] Gegurgel[], Gejodel[] und Geplapper[]“ anzutreffen sei. Zugleich konstatiert Wagner im öffentlichen Gespräch mit Juden in ihrem Reden „kalte Gleichgültigkeit“ sowie einen „Mangel rein menschlichen Ausdruckes“. Gleichwohl sei „der Jude“ in der Musik zur Beherrschung des öffentlichen Geschmacks gelangt. Wagnervergleicht die Kunst dabei mit einem Organismus, den ein „gänzlich fremdes Element“ durchdrungen habe, „aber nur, um ihn zu zersetzen“; dann löse dieser Organismus sich in eine „wimmelnde Viellebigkeit von Würmern“ auf.

„Dieser Kunst konnten sich die Juden nicht eher bemächtigen, als bis in ihr das darzutun war, was sie in ihr erweislich offengelegt haben: ihre innere Lebensunfähigkeit.“

Große Rezeption fand der Artikel Wagners nicht. Er wurde von der Fachwelt ignoriert, lediglich elf Professoren des Leipziger Konservatoriums protestierten in einem Brief an den Herausgeber gegen dieses Pamphlet und forderten ihn zum Rücktritt auf.

1869 publizierte Richard Wagner den Artikel erneut. Er hatte ihn um einiges erweitert und in seinem Ton verschärft und so wurde es eine eigenständige Broschüre, diesmal auch unter seinem Namen. Darin greift er unter anderem Heinrich Heine an: Ich sagte oben, die Juden hätten keinen wahren Dichterhervorgebracht. Wir müssen nun hier Heinrich Heine erwähnen. Zur Zeit, da Goethe und Schiller bei uns dichteten, wissen wir allerdings von keinem dichtenden Juden: zu der Zeit aber, wo das Dichten bei uns zur Lüge wurde, unsrem gänzlich unpoetischen Lebenselemente alles Mögliche, nur kein wahrer Dichter mehr entsprießen wollte, da war es das Amt eines sehr begabten dichterischen Juden, diese Lüge, diese bodenlose Nüchternheit und jesuitische Heuchelei unsrer immer noch poetisch sich gebaren wollenden Dichterei mit hinreißendem Spotte aufzudecken. Auch seine berühmten musikalischen Stammesgenossen geißelte er unbarmherzig für ihr Vorgeben, Künstler sein zu wollen; keine Täuschung hielt bei ihm vor: von dem unerbittlichen Dämon des Verneinens Dessen, was verneinenswerth schien, ward er rastlos vorwärtsgejagt, durch alle Illusionen moderner Selbstbelügung hindurch, bis auf den Punkt, wo er nun selbst wieder sich zum Dichter log, und dafür auch seine gedichteten Lügen von unsren Componisten in Musik gesetzt erhielt. – Er war das Gewissen des Judenthumes, wie das Judenthum das üble Gewissen unsrer modernen Civilisation ist.

Auf diese Broschüre gab es nun zahlreiche Reaktionen, von denen sich zahlreiche auch über Wagner lustig machten. Der Grundtenor war, dass Wagner die Juden am liebsten hätte, wenn sie 25 Gulden für ein Billett seiner Opern zahlen würden.

Eine der schärfsten Repliken veröffentlichte Gustav Freytag in der Zeitschrift „Die Grenzgänger“. Das Schlusswort dieses Artikels sei hier gänzlich aufgeführt:

Wir haben nicht die Absicht, zu untersuche, ob jüdische Componisten und Virtuosen, welche dem Zuge der Zeit ebenso folgten wie die Christen, der modernen Musik mehr Segen oder Unsegen gebracht haben. Denn wir Nichtjuden haben auch in der Musik das Recht verloren, unseren jüdischen Künstlern Einseitigkeit vorzuwerfen, und zwar befürchten wir, dass gerade Herr Wagner in seinen eigenen Werken die Eigenthümlichkeiten und Schwächen, welche nicht selten an jüdischen Künstlern getadelt worden sind, in höchst ausgezeichneter Weise an den Tag gelegt hat, wenn er dieselben auch ein wenig anders drapirt zeigt, als seine Vorgänger. Im Sinne seiner Broschüre erscheint er selbst als der größte Jude. Die Effecthascherei, das prätentiöse und kalt überlegte Streben nach Wirkung, welche nicht durch sicheren Kunstgeschmack regulirt werden, der Mangel an Fähigkeit, musikalischer Empfindung ihren melodischen und harmonischen Ausdruck rein und voll zu geben, die übergroße, nervöse Unruhe, Freude am Seltsamen und Gesuchten, das Bestreben, durch witzigen Einfall und äußerliche Kunstmittel die gelegentliche Schwäche seiner musikalischen Erfindung zu decken, dazu selbst das große Talent für raffinirte Regie der Effecte, endlich hinter Allem steht eines sicheren, starken Künstlergemüths, in welchem die Form mit dem Inhalt mühelos sich ausbildet, unerzogene Prätension eines eigenwilligen Dilettanten, welcher begehrlich über die Grenzen seiner Kunst hinausfährt und Gesetzen der Schönheit auch deshalb widerspricht, weil er ihnen zu folgen außer Stande ist; ein abenteuerlicher Sinn, der im Ungeheuerlichen Befriedigung sucht, unbekümmert darum, ob durch seine Arbeit Sänger, Orchester und der schöne Organismus des muskalischen Drama’s verwüstet werden. Solche Schwäche und Unart finden wir überall in seinen Werken neben Fragmenten von wahrhaft schöner, zuweilen wahrhaft hinreißender Erfindung. Diese Beschaffenheit seines merkwürdigen und für unsere Musik verhängnißvollen Talentes scheint uns gerade eine solche zu sein, welche in seinem Sinne als eine dem Judenthum eigenthümliche aufgefaßt werden müßte. Da nun Herr Wagner keineswegs der Meinung sein wird, daß er selbst zu dem Judenthum in der Musik gehöre, so haben wir Andern zuverlässig alles Recht verloren, von Beschränktheit der jüdischen Musiker zu sprechen. Und das scheint uns der Humor bei diesem langen Streit um Kaisers Bart.

Die wahre Gefahr liegt aber wie Carl Dahlhaus darin, dass Wagner mit seinen Ausführungen nicht nur zur Gewalt aufstachelt, sondern auch die intellektuelle Grundlage des Antisemitismus stärkt: Die Passagen des Pamphlets, die bei flüchtigem Lesen als die abscheulichsten erscheinen, weil das Ressentiment unverhohlen ausbricht, etwa die Karikatur jüdischen Sprechens, sind in Wahrheit nicht die schlimmsten, obwohl man sich vorstellen kann, daß sie zur Gewalt aufstachelten. Nicht die Schlächter, die den Antisemitismus vollstreckten, haben Das Judentum in der Musik gelesen, sondern Intellektuelle, die sich durch Wagners Musik dazu verführen ließen, sich miserable Philosopheme, die sie mit dem musikalischen Werk verknüpft glaubten, zu eigen zu machen

Ab 1864 lebte Wagner (damals noch immer mit seiner Frau Minna verheiratet) mit Cosima von Bülow (ebenfalls noch verheiratet) zusammen und nach Cosimas Scheidung und dem Tod von Wagners erster Frau heirateten die beiden.

Cosima war ebenfalls eine glühende Antisemitin und so wirkte diese Beziehung auf Wagners Judenhass wie ein Brandbeschleuniger. Bereits Cosimas erster Ehemann Hans von Bülow vertrat eine strenge antisemitische Haltung. In ihren Tagebüchern, die sie vom 1. Januar 1869 an bis zum Tode Richard Wagners am 13. Februar 1883 führte, offenbart sie ihre Geisteswelt, die ihres Mannes und ihres Umfeldes. So gibt sie die Monologe und Vorträge ihres Mannes teilweise wörtlich wieder. Bei dem „Bayreuther Kreis“ handelte es sich ursprünglich um Personen, die Wagner und seine Musik verehrten. Zunehmend sahen sie Wagner auch als Philosophen und weltanschaulichen Denker an.

Zu diesem Bayreuther Kreis gehörten neben dem Rassentheoretiker und Antisemiten Karl Ludwig Schemann beispielsweise auch Houston Stewart Chamberlain oder Arthur de Gobineau, die ja ebenfalls für ihre rassentheoretischen Werke bekannt sind.

Richard und Cosima Wagner gehörten zu den Bewunderern Arthur de Gobineaus und seines Werkes „Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen“, auch wenn Richard Wagner ihn in seiner Publikation „Heldenthum und Christenthum“ in einigen Punkten widersprach. Die beiden initiierten auch die Übersetzung von de Gobineaus durch den bereits vorgenannten Karl Ludwig Schemann ins Deutsche übersetzt und fand durch die Protektion der Wagners eine weitaus größere Verbreitung und viel mehr Anklang als in Gobineaus Heimatland Frankreich. Schemann wiederum nahm Gobineaus Theorien, gab noch Antisemitismus und deutschen Nationalismus dazu und ließ dies in seine eigenen Werke mit einfließen, genauso wie Houston Steward Chamberlain, der von Cosima Wagner auf Gobineau aufmerksam gemacht wurde und dessen eigenes, rassistisches und antisemitisches Werk „Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts“ sehr von ihm beeinflusst wurde. Chamberlain war nicht nur Mitglied des Bayreuther Kreises, sondern nach der Eheschließung mit Eva von Bülow auch Schwiegersohn von Richard und Cosima Wagner.

Cosima gewährte ihm [Chamberlain], der bei Beginn des Ersten Weltkriegs wegen seiner prodeutschen Haltung in seiner britischen Heimat als Renegat galt, Zuflucht. Er verstand sich mit seinem „wissenschaftlichen“ Antisemitismus als einer, der Wagners Positionen weiterentwickelte. In der Niederlage Deutschlands im Weltkrieg und der Revolution sah er ein Werk des Judentums und vertrat damit dieselben Positionen wie Adolf Hitler. 1923 kam Hitler erstmals im Rahmen des Deutschen Tages nach Bayreuth. Er versuchte, das Renommee der Wagners für seine Zwecke zu nutzen und wurde umgekehrt als Vorkämpfer für die „nationale Sache“ von Chamberlain wie auch von Winifred Wagner gefördert.

Wir sehen, wie weit der Wagner’sche Einfluss direkt reichte. Wie Dahlmann sagt: Richard Wagner gab dem pseudowissenchaftlich-rassischen Antisemitismus durch seine Popularität eine Reputation, eine Legitimation, auf die sich unter anderem Alfred Rosenberg mit seinem „Mythus des 20. Jahrhunderts“ oder Heinrich Himmler mit seiner Schwarzen Sonne-SS-Mystik und natürlich der glühende Wagner-Verehrer Adolf Hitler stützten. Und dadurch, dass Richard Wagner von seinen Anhängern mehr und mehr nicht nur als Komponist, sondern auch als (völkischer) Philosoph gesehen wurde, verwoben sich mehr und mehr sein Werk und sein Antisemitismus.

In einem seiner Monologe, der in Cosima Wagners Tagebüchern vom Dezember 1881 erhalten geblieben ist, geiferte Wagner, er wünschte sich, alle Juden bei einer Aufführung von „Nathan der Weise“ verbrennen zu können. Nur gut 50 Jahre später bemühten sich die braunen Wagner-Verehrer, diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Ihr Meister wäre sicher stolz auf sie gewesen.

7 Gedanken zu “Der Antisemitismus des Richard Wagner

  1. Bei der Sache mit den Hörnerhelmen muss ich entschieden wiedersprechen!
    Es gibt genügend Bildmaterial, was den Einsatz von Hörnerhelmen bei den Wikingern beweist:

    (ab Minute 11:43).
    😉

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  2. In der damaligen Zeit war es Meinungsfreiheit gegen das Judentum zu sein. Richard Wagner war keineswegs der Erfinder dieser Antisemitismus. Bereits Martin Luther war ein vehementer Gegner des Judentums. Trotz der damaligen Vorbehalte bevorzugten es Juden in Deutschland zu leben. Ihre Religion war damals nicht verboten und niemand kam auf die Idee das Judentum als Rasse zu bezeichnen.
    Zur damaligen Zeit arrangierten sich die deutschen Juden mit dem Antisemitismus. Viele entschieden sich sogar zum Christentum uberzutreten um eine bessere Akzeptanz in der Gesellschaft zu erreichen. Der Antisemitismus war damals nicht schlimmer in Deutschland als der Antigermanismus in England. Alles basierte auf Vorurteile die gewissenhaft gepflegt wurden. Der Antismitismus wurde erst dann ekelhaft in Deutschland als Juden zur Rasse erklart wurden um dann in Gaskammern ermordet zu wurden. Richard Wagner hatte daran die geringste Schuld. Er war ein hervoragender Musiker der, wie viele andere Menschen auch, Vorurteile hatte.

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    1. Hallo Hanselmar,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ob Richard Wagner ein hervorragender Musiker war, kann ich nicht beurteilen, da ich von Musik recht wenig verstehe, aber in meinem Artikel zeige ich deutlich auf, wie Richard Wagner dem rassischen Antisemitismus und der daraus resultierenden nationalsozialistischen Rassenideologie den Boden geebnet hat. Hier sprechen die historischen Tatsachen und die überkommenen Quellen ein deutliches Bild: Wagner war ein Rassist und ein Antisemit in einer Form, die man nicht mehr mit „Vorurteilen“ verharmlosen kann. Vielleicht magst Du Dir den Artikel noch einmal durchlesen, da wird das ja alles mit Quellen belegt.
      Wenn Du Dich ausführlicher mit dem Thema des Antisemitismus beschäftigen möchtest, dann empfehle ich Dir zu allererst die Lektüre des Buches „Kurze Geschichte des Antisemitismus“ von Peter Schäfer (C.H. Beck-Verlag, ISBN 9783492311434, € 14,00).
      Ich wünsche Dir noch viel Vergnügen beim Lesen meines Blogs.
      Viele Grüße
      Onkel Michael

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      1. Hallo Onkel Michael,
        Verharmlost werden sollte nichts. Wenn Jemand Harm= Schaden zugefugt wurde sollte das klar und deutlich gesagt werden. Ich habe darauf hingewiesen dass Richard Wagner keineswegs der Erfinder des Antisemitismus war. Der Musiker lebte von 1813-1883. Martin Luther der Reformator lebte von 1483-1546. Peter Schafer hat sich auch mit der Ideologie des Martin Luther auseinandergesetzt. Auf Seite 170 seines Buches kann man das nachlesen:“Das wahre christliche und das teuflische Judentum.“
        Da kann man nur sagen Richard Wagner war sicherlich nicht der Erfinder von Rassismus und Antisemitismus. Es stellt sich vielmehr die Frage sind nicht alle Christen Antisemiten?
        Ich wunsche weiterhin viel Vergnugen bei der Geschichtsforschung.
        Viele Grusse,
        Hans Elmar

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      2. Lieber Hans Elmar,
        bitte lies den Artikel auf jeden Fall noch einmal durch. Darin wurde nirgends behauptet, Wagner sei der „Erfinder“ des Rassismus und Antisemitismus. Ich habe ausgeführt, dass Wagner, seine Familie und sein Kreis dem rassischen Antisemitismus den Weg bereitet hat. Natürlich gab es Antisemitismus und Rassismus schon vorher. Schon seit dem Frühmittelalter, den Kreuzzügen etc. Aber das hat mit der vorliegenden Thematik absolut nichts zu tun. Es geht hier um den Antisemitismus von Richard Wagner und dessen Auswirkungen bis in die NS-Zeit.
        Viele Grüße
        Onkel Michael

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      3. Ich verstehe, was Du meinst, und natürlich gab es im Mittelalter Antijudaismus sowie Hetze gegen allerlei Minderheiten. Vielleicht klingt das wie Erbsenzählerei, aber Antisemitismus (der eben nicht religiös begründet ist) sowie Rassismus (nebst dem ganzen Konzept menschlicher Rassen) sind Konzepte der Neuzeit.

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