Die Sache mit den roten Händen

Man sah und sieht es immer wieder: sogenannte „Stars“ aus Film und Fernsehen, die demonstrativ Anstecknadeln mit roten Händen tragen, um ihre Solidarität mit den Palästinensern zum Ausdruck zu bringen. Dabei bringen sie tatsächlich aber nur ihren Antisemitismus und ihre geschichtsvergessene Ahnungslosigkeit zum Ausdruck. Warum dieses harte Urteil? Schauen wir uns doch einmal an, woher … Weiterlesen Die Sache mit den roten Händen

Die Spanische Grippe von 1918

Als der Erste Weltkrieg 1918 seinem Ende entgegenging, ahnte niemand, dass eine zweite, unsichtbare Katastrophe über die Welt hereinbrechen würde – eine Pandemie, die mehr Menschenleben forderte als das Schlachten an der Front. Die „Spanische Grippe“ gilt bis heute als eine der verheerendsten Seuchen der Menschheitsgeschichte. Wie die Spanische Grippe funktionierte: Ein medizinischer Blick Die … Weiterlesen Die Spanische Grippe von 1918

Die entzauberten Germanen

Seit Jahrzehnten geistern sie durch Schulbücher, Museen und Streaming-Serien: die schlammverschmierten, wildhaarigen Germanen. Ihre Welt scheint aus Lederfetzen, Rauch und Nebel zu bestehen – ein ewiges Feuchtbiotop der Barbarei. Doch das Bild, das unsere Vorstellung von den Bewohnern des alten Mitteleuropas prägt, ist verstaubt. Es stammt aus einer Zeit, als Geschichte noch als Waffe im … Weiterlesen Die entzauberten Germanen

Der steinzeitliche Code im digitalen Zeitalter – Warum unsere Gene noch im Lagerfeuerlicht tanzen

These: Die heute lebenden Individuen verfügen genetisch über eine Ausstattung, die an die Sozialsysteme der steinzeitlichen Jäger und Sammler angepasst ist. 1. Präambel: Was behauptet die These — und warum ist sie nicht trivial? Die These sagt nichts anderes, als dass die psychobiologischen Mechanismen, die heute unser soziales Erleben und Verhalten lenken, in einer Umwelt … Weiterlesen Der steinzeitliche Code im digitalen Zeitalter – Warum unsere Gene noch im Lagerfeuerlicht tanzen

Rede zur Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung

Meine Damen und Herren,es gibt Stunden in der Geschichte, in denen das Schweigen gefährlicher ist als die Lüge.In denen nicht die Gewalt, sondern die Gleichgültigkeit die Freiheit bedroht.Wir leben in einer Zeit, in der vieles laut geworden ist – und doch das Wesentliche zu leise: die Stimme der Vernunft, der Verantwortung, des gemeinsamen Denkens. Freiheit, … Weiterlesen Rede zur Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung

Die Wiener Ringstraße – Boulevard der Freiheit für die Wiener Juden

Man braucht ja nur in Wien an den Ring schauen, die ganzen jüdischen Pracht-Palais. Da sieht man wieder, dass die Juden immer Geld hatten. Und das konnten sie ja sicher nicht auf ehrlichem Weg erwirtschaftet haben! Das ist ein Vorurteil, das ich immer wieder bei den Diskussionen nach meinen Vorträgen höre. Das Perfide an diesem … Weiterlesen Die Wiener Ringstraße – Boulevard der Freiheit für die Wiener Juden

Über das Recht, sein Steckenpferd zu reiten – oder: Die Höflichkeit der Vernunft

Es gibt Sätze, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken und doch ein ganzes Weltbild tragen. Einer davon stammt aus Laurence Sternes Tristram Shandy: Solange ein Mensch sein Steckenpferd friedlich und ohne Aufsehen auf des Königs Landstraße reitet und weder Sie noch mich zwingt, hinter ihm aufzusitzen – ei, mein Herr –, was geht es … Weiterlesen Über das Recht, sein Steckenpferd zu reiten – oder: Die Höflichkeit der Vernunft

Zwischen Duldung und Ausschluss – Die Juden in Wien vor 1848

Wien, im Vormärz, ist ein Ort der Gegensätze: höfische Pracht, musikalische Blüte, geistiger Aufbruch – und zugleich ein gesellschaftliches Gefüge, das von rigiden Schranken, ständischen Privilegien und religiösem Ausschluss geprägt ist. Besonders augenfällig wird dies in der Stellung der jüdischen Bevölkerung, deren Existenz im Habsburgerreich, und namentlich in der Reichshaupt- und Residenzstadt, seit jeher ein … Weiterlesen Zwischen Duldung und Ausschluss – Die Juden in Wien vor 1848

Im Schatten der Münze – Warum Juden zu Geldverleihern wurden

Es gehört zu den bittersten Ironien der europäischen Geschichte, dass ausgerechnet jene soziale Rolle, in die Juden über Jahrhunderte gedrängt wurden, später zum Nährboden für ihre Verfolgung wurde. Der jüdische Geldverleiher – ein Bild, das sich tief in das kulturelle Gedächtnis Europas eingebrannt hat, häufig karikiert, verzerrt, dämonisiert. Doch wer dieses Bild versteht, muss tiefer … Weiterlesen Im Schatten der Münze – Warum Juden zu Geldverleihern wurden

Die Sünde des Geldes – Über das christliche Zinsverbot und seine Auflösung

Lange bevor sich das moderne Finanzwesen entfalten konnte, galt Zinsnahme in der christlichen Welt als eine moralisch verwerfliche Praxis – ein Ausdruck von Gier, von ökonomischer Unnatur. Geld, so der Grundgedanke, darf sich nicht vermehren. Es darf, um mit Aristoteles zu sprechen, nicht „fruchtbar“ sein. Und dennoch war der Wunsch nach Kapital, nach Kredit und … Weiterlesen Die Sünde des Geldes – Über das christliche Zinsverbot und seine Auflösung