Der Mensch, der stammt vom Fische ab!

Der Volksmund verkürzt Darwins Evolutionstheorie gerne auf den Spruch „Der Mensch, der stammt vom Affen ab!“ Dem ist nicht so! Es müsste vielmehr heißen: „Der Mensch, der stammt vom Fische ab!“ Warum? Na, wart ihr die Tage mal einkaufen oder sonst wie draußen unterwegs? Ein großer Teil der Menschen trägt den Mund-Nasen-Schutz am Hals oder unterm Kinn. Anscheinend verfügen diese Herrschaften also keine Lungen-, sondern eine an Land eher unpraktische Kiemenatmung. Vielleicht sind aber auch schon außerirdische Fisch-Aliens gelandet, die langsam die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Man weiß es nicht, aber in einer Welt, in der Attila Hildmann mit vollgestrullter Jogginghose in irgendwelchen Internet-Videos rumhüpft und krude Thesen verbreitet, möchte man auch nicht alles ausschließen.

Es ist ja aber schon schwierig, diesen Mund-Nasen-Schutz richtig anzulegen, muss man doch immerhin drei Sinnesorgane (eines sogar in doppelter Ausführung!) händeln. Erst den Gummi übers eine Ohr, dann über Mund UND Nase und dann den Gummi über das andere Ohr. Ist schon schwierig, ich verstehe das. Aber ich habe gehört, dass die Kreisvolkshochschule Nordwestmecklenburg mittlerweile auch Kurse dafür anbietet. Acht Wochenenden. Mit Abschlussprüfung!

Im Ernst, mir geht dieses hysterische Geplärre wegen dieser Maske sowas von auf den Senkel, das glaubt ihr nicht. Kaum kommt dieses Thema auf den Tisch, wird jeder pauschal erstmal zum Asthmatiker. Genau wie bei der Rente. Wird über die Rente diskutiert, wird Deutschland zu einem Land der Dachdecker, Maurer oder Bergleute. Wird über den MNS diskutiert, wird Deutschland zu einem Land der Asthmatiker.

Mann, Mann, Mann… Ich kriech schon wieder Blutdruck, wenn ich das hier schreibe. Da wird ausgetan, als würde man von der heiligen Inquisition mit glühenden Eisen gefoltert, wenn man so ein Stück Stoff oder Vlies vor Mund und Nase klemmen soll.

Und dann kommen natürlich noch die ganzen Sprallos umme Ecke, die alles ganz genau wissen. Die fabulieren dann von Sklavenzeichen, Maulkörben oder weiß der Geier von was für einem Kokolores. Besonders erschreckend ist ja auch, dass keine These zu bescheuert ist, dass es nicht irgendwelche kognitiv herausgeforderten Mitbürger*innen gibt, die dem Schmarrn nachlaufen.

Dat is gar nich zum Aushalten. Wisster was? Ich geh‘ mich einen trinken…

4 Gedanken zu “Der Mensch, der stammt vom Fische ab!

  1. Heute in den Medien:
    „Mann hielt Coronavirus für Schwindel: 30-Jähriger in Texas stirbt an Infektion nach Corona-Party“ z.B. hier: https://www.tagesspiegel.de/politik/mann-hielt-coronavirus-fuer-schwindel-30-jaehriger-in-texas-stirbt-an-infektion-nach-corona-party/25999130.html

    Rein statistisch muss es in diesen Kreisen sehr viel mehr Fälle dieser Art geben (s.u.). Die stehen halt nicht alle einzeln in der Zeitung. Wobei Schadenfreude natürlich gänzlich unangemessen ist, zumal man aus dem eigenen Tod ja nichts lernen kann.

    Leider gibt es ja trotz des fortschreitenden Wissens über die Folgen einer Corona-Infektion (dauerhafter Geruchs- und Geschmacksverlust, chronische Atemnot, neurologische Schäden, Traumatisierung) immer noch Leute, die sich vor allem am großen Anteil „asymptomatischer“ Verläufe orientieren (die obige Spätfolgen nicht ausschließen) und an der angeblich sehr niedrigen Sterblichkeitsrate.

    Denen sei gesagt, dass von allen Leuten, die positiv getestet wurden und die die Infektion inzwischen „überstanden“ haben, 5% jetzt tot sind (gilt für Deutschland, in USA sind es erschreckende 8%). Anders gesagt: Mindestens einer von 20 Gästen auf so einer Party ist drei Wochen später tot, einige weitere tragen schwerste gesundheitliche Beeinträchtigungen davon.

    https://www.worldometers.info/coronavirus/country/us/
    https://www.worldometers.info/coronavirus/country/germany/

    Im Durchschnitt hatten diee Leute nach der Hospitalisierung (ca 1 Woche nach der Infektion) also noch etwa eine weitere Woche bei Bewusstsein. Sehr wenig Zeit, um das Nötigste zu regeln.

  2. Die beste Antwort für die Masken-Nörgler, die ich bisher gelesen habe, ist immer noch: „Wer sich schon über ein Stück Stoff über Mund und Nase beschwert, wird über die Lungenmaschine noch weniger erfreut sein.“ Und selbst wenn es noch nicht mal so weit kommen sollte: krampfartige Atembeschwerden über mehrere Tage wegen Covid19 sind nix im Gegensatz zu dem kurzzeitigen eingeschränkten Atemzug durch die Maske.

  3. Nur mal so nebenbei.
    Ich bin Asthmatiker (zum Glück nur bei Allergieschüben) und ein MNS bereitet mir überhaupt keine Probleme.

    Das liegt auch in der Natur der Sache.
    Asthmatiker haben in aller Regel ja auch gar kein Problem beim Einatmen, sondern die verengten Atemwege erschweren vor allem das Ausatmen. Wo im Übrigen auch der Atemweg das Problem ist und nicht die Maske.

    Kein Asthmatiker bekommt durch eine Maske weniger Luft. Das ist einfach Schwachsinn.

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