Deutsche weniger anfällig für Populismus

Die Bertelsmann-Stiftung hat ihr „Populismus-Barometer 2020“ vorgestellt, dass sie gemeinsam mit dem „Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung“ erstellt hat. Zuletzt wurde dies 2018 veröffentlicht und es hat sich tatsächlich was getan.

Das sogenannte Populismusbarometer der Bertelsmann Stiftung definiert Populismus als eine Idee von Demokratie, die von der Existenz eines objektiv bestimmbaren einheitlichen „Volkswillens“ ausgeht, Politiker für eine am eigenen Vorteil interessierte „korrupte Elite“ hält, die Ausübung direkter Volkssouveränität etwa in Volksentscheiden befürwortet und politische Kompromisse ablehnt. Ob und inwieweit solche Einstellungen vorliegen, wird seit 2017 per Fragenkatalog ermittelt. Im Juni wurden erneut mehr als zehntausend Wahlberechtigte befragt. (*)

Die gute Nachricht: Nur noch jeder fünfte Wahlberechtigte in Deutschland ist populistisch eingestellt. Beim letzten Mal war es noch jeder Dritte. Und dieser Trend hat nicht nur erst mit der Corona-Pandemie eingesetzt, schon vorher stieg das Vertrauen in die Bundes- und Landesregierungen stark an.

Außerdem habe die politische Mitte auf das aufgeheizte populistische Meinungsklima im Zuge der Migrationskrise seit 2015 und rund um die Bundestagswahl 2017 mit einer erfolgreichen Gegenmobilisierung reagiert. Im Jahr vor der Bundestagswahl zeige sich die deutsche Bevölkerung nun deutlich widerstandsfähiger gegenüber populistischen Parolen. Bei kommenden Wahlen könnten demnach aus Sicht der Meinungsforscher vor allem die Unionsparteien von einem Rückstrom von bürgerlichen Wählern von der AfD profitieren sowie die Grünen als grundsätzlich antipopulistische Partei.
Allerdings sprechen die Forscherinnen und Forscher auch eine Warnung aus: Weil der verbleibende rechtspopulistische Rand in die Defensive gerate, drohe er noch radikaler zu werden. Das betreffe insbesondere die AfD, die sich zu einer zunehmend von rechtsextremen Einstellungen geprägten Wählerpartei entwickele, heißt es in der Studie. Die Umfrageergebnisse zeigten demnach deutlich, dass eine Mehrheit von 56 Prozent der AfD-Anhänger rechtsextrem eingestellt sei. Auch populistische Einstellungen finden sich unter AfD-Anhängern weiterhin überproportional häufig
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(*) Quelle
(**) Quelle