Ein offener Brief an Herrn Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Lieber Herr Gassen,

ich kenne Sie zwar nicht, aber ich mag Sie. Warum? Weil Sie als einer der wenigen Amtsträger bei uns in Deutschland den Hintern in der Hose hatten und das aussprachen, was sich sonst niemand traute: Die Homöopathie wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus und soll deswegen nicht von der Solidargemeinschaft getragen werden. Dafür meinen allergrößten Respekt, lieber Herr Gassen!

Aber wie ich heute in der Ärzte Zeitung Online lesen durfte, regen sich nun die Kameraden von der „anderen Feldpostnummer“, wie mein Oppa immer so schön sagte.

Die Hufelandgesellschaft hat sich empört und Sie zur Mäßigung aufgerufen. Das braucht Sie jetzt nicht weiter zu beunruhigen, das ist nur das berühmte „Pfeifen im Walde“, das nun zu hören ist. Lassen Sie sich nicht beirren, Sie sind schon auf dem richtigen Weg.

Es ist doch ganz klar, dass derartige Verbände nun die Interessen speziell ihrer Mitglieder schützen wollen und dabei den starken Mann markieren. Bloß nicht einschüchtern lassen.

Was beispielsweise von Frau Dr. Geiger zu lesen ist, von der „Vielfalt der Medizin“ oder „Pluralität im ärztlichen Therapiegeschehen“ oder zu den „geringen Kosten“, die die Homöopathie den Kassen verursachen würde (sind in den genannten Zahlen überhaupt die Kosten für die Therapieverschleppungen durch homöopathische „Behandlungen“ mit eingerechnet? Ich frag ja nur…), sind doch nur eines: Nebelkerzen. Ja, ich möchte sogar sagen, eine dichte Nebelwand wurde hier von Hufelandgesellschaft und Zentralverein installiert. Hoffen wir mal nicht, dass sich die Damen darin verlaufen.

Denn man muss sich vor Augen halten: mit dem eigentlichen Sachthema haben sich die Damen absolut nicht auseinandergesetzt.

Und deshalb fragen wir mal, wie die Vielfalt in der Medizin aussehen soll, wenn auf der einen Seite evidenzbasierte Medizin steht und auf der anderen Seite eine „Therapie“, deren Wirkung nicht über den Placeboeffekt hinausgeht? Und das Argument, dass die Ausgaben für die Homöopathie nur „Peanuts“ sind, ist doch auch nur eine solche Nebelkerze. Wenn die Kosten wirklich so gering sind, dann bedeutet es ja für die jeweiligen Patienten auch keine große Belastung, diese Kosten selbst zu übernehmen. Ich sag es doch, eine Nebelkerze nach der anderen wird hier gezündet. Und das, lieber Herr Gassen, kann man doch sicher nicht ernst nehmen.

Sie können sich sicher sein, dass genügend Menschen hinter Ihnen stehen, die die Homöopathie genauso kritisch sehen und die Ihnen den Rücken stärken.

Deswegen: Keep Calm and Carry On!

Viele Grüße
Ihr
Onkel Michael

2 Gedanken zu “Ein offener Brief an Herrn Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

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