Rule Britannia – Der NHS England stellt die Finanzierung von Homöopathie ein

In letzter Zeit hatten unsere Freunde jenseits des Ärmelkanals kein wirklich gutes Händchen, was man am Brexit, der Wahl von Theresa May oder dem Produktionsende von „Lewis – Der Oxford-Krimi“ sieht. Aber in einem Punkt hat man in England eine hervorragende Entscheidung getroffen: der NHS, der National Health Service (also der Staatliche Gesundheitsdienst) hat nun die Erstattung von Homöopathie eingestellt.

Moooooooment!, werdet ihr jetzt sagen. Darüber wurde doch schon 2017 groß und breit berichtet, beim INH, der GWUP und auch hier im Blog, warum kommst du jetzt nochmal damit an?

Ja, eigentlich habt ihr damit auch recht, aber ich muss hier mal ein bisschen weiter ausholen. Also, der NHS ist in jedem der vier Landesteile des Vereinigten Königreichs, also England, Schottland, Wales und Nord Irland jeweils autark. In Schottland beispielsweise wird die Homöopathie noch aus NHS-Mitteln erstattet (vgl. diesen Artikel). Der NHS England, der nun entschieden hat, keine Homöopathie mehr aus seinen Mitteln zu erstatten, gliedert sich wieder auf in 211 Bezirke, der jeweils eine „Clinical commissioning group (CCG)“ vorsteht*, die wiederum recht weitreichende Befugnisse hat. Das sieht dann so aus:

Der Empfehlung des „Dachverbandes“ NHS England musste nun jede dieser CCGs wiederum zustimmen und dies für ihren Bezirk umsetzen.  Und nun war der NHS Bristol der letzte Bezirk, der dies tat, wie die „Good Thinking Society“, also der britische Ableger der Skeptikerbewegung in einer Pressemeldung mitteilte. Hierin heißt es: With the end to homeopathy funding in Bristol, the region joins NHS bodies across the rest the country in recognising that homeopathy is not a valid use of limited NHS resources. There is now no CCG in England where homeopathic pills or consultations can be routinely funded with NHS money – instead, funding can be directed towards treatments that have been shown to actually work.

Weiters kündigen die britischen Skeptiker an, sich nun dafür einzusetzen, dass auch der NHS Schottland keine Erstattungen für Homöopathie mehr übernimmt. Der NHS Schottland gliedert sich nicht wie in England in CCGs, sondern in 14 „NHS Boards“ von diesen 14 Boards haben im Jahr 2015/16 lediglich sechs Kosten für homöopathische Behandlungen übernommen, wobei es sich um eine Gesamtsumme von 1,7 Millionen £ handelte. Der größte Brocken davon, nämlich 1,3 Millionen £ wurde vom Board Greater Glasgow and Clyde ausgegeben.

Von hier aus wünsche ich den Kolleginnen und Kollegen der Good Thinking Society alles Gute und viel Erfolg für ihr Vorhaben. Good Hunting, old chaps!

 

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*Es gibt dann noch beispielsweise NHS Trusts, die sich dann um Kliniken o.ä. kümmern, aber so tief kann ich hier in diesem Artikel nicht in die Materie einsteigen.

Bildnachweis: By Office for National Statistics – Boundary data from Clinical Commissioning Groups (April 2017) Full Clipped Boundaries in England V4. ONS Open Geography Portal (5 October 2017).Public domain map data from Natural Earth, OGL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=66736646


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