Ein offenes Wort in eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser,

Vorgestern habe ich ja den Artikel zu den unsäglichen Angriffen auf die Wissenschaftskommunikatorin Mai Thi Nguyen-Kim veröffentlicht. Daraufhin habe ich zahlreiche Reaktionen bekommen. Viele waren positiv, wie ihr in der Kommentarspalte unter dem Artikel lesen könnt. Viele stammten aber auch von eben jenen Wahnwichteln und Wirrwutzis, die schon ihren Unrat über Mai Thi ausgegossen hatten.

Einige Kommentare waren einfach nur wirr und ich musste mehrmals lesen, um zu begreifen, was der oder die Schreiber/in von mir wollte.

Andere waren einfach nur doof.

Andere wiederum waren einfach unverschämt.

Andere waren schon grenzwertig.

Und andere wiederum, tja, die haben mir eindeutig gedroht.

Ich habe mir lange Gedanken gemacht, ob ich diese Screenshots veröffentlichen soll, aber ich denke, dass gegen diese Drohungen nur eine gewisse Öffentlichkeit hilft. Allerdings frage ich mich auch, in welchen Zeiten wir mittlerweile leben, wenn schon alleine ein Eintreten für eine andere Person und für wissenschaftliche Fakten zu solchen Entgleisungen bei manchen Menschen führt. Ich bin in dem Sinn erzogen worden, dass man über alles einen sachlichen Diskurs führen kann, persönliche Drohungen allerdings ein absolutes No Go sind. Natürlich kann man jetzt sagen, dass ich ja gerne auch mal gut austeile und deswegen auch einstecken können müsste. Keine Bange, das kann ich auch, sehr gut sogar, sonst hätte ich meinen Blog jetzt nicht im fünften Jahr am Laufen, aber sowas geht zu weit.

Um es auf den Punkt zu bringen:

Ich werde nicht aufhören, da könnt ihr mir drohen soviel ihr wollt.
Ich werde weiterhin meine Klappe aufmachen und meine Artikel schreiben.
Ich werde weiterhin über Verschwörungsmythen schreiben und darüber aufklären.
Ich werde weiterhin über „SCAM“, also sogenannte Alternativmedizin, aufklären.
Ich werde weiterhin über das Schreiben, was mich bewegt.
Und ja, ich werde diesen Blog weiter betreiben, selbst wenn nur noch ein einziger Mensch meine Artikel liest, denn selbst dann, hat es sich gelohnt.

Wer versucht, mich durch Drohungen einzuschüchtern und mundtot zu machen, der hat sich gewaltig geschnitten, aber vom Feinsten!

Euch, liebe Leserinnen und Leser, danke ich für all eure aufmunternden Kommentare hier im Blog, bei Twitter und bei Facebook. Euer Zuspruch ist gerade in Zeiten wie diesen sehr aufbauend.

Bleibt gesund!

Euer
Onkel Michael

P.S. Die Kommentare habe ich natürlich nicht veröffentlicht. Der Papierkorb meines Blogs hat sich sehr darüber gefreut.

14 Gedanken zu “Ein offenes Wort in eigener Sache

  1. Wie sagte Hamlet? Die Welt ist aus den Fugen… Man könnte es manchmal wirklich glauben. Und Wagner lässt seinen Hans Sachs ja in einer gewissen Verzweiflung sagen (bzw. singen): Wahn, Wahn, überall Wahn…

    Was würden die wohl heute, im Zeitalter des digitalen Gift-und-Galle-Spuckens sagen? Naja… Lieber Michael, auch mir ist Ähnliches nicht fremd. Danke, dass Du die Fahne der Vernunft trotz all dieser wirklich üblen Misshelligkeiten weiter hochhältst. Der Punkt ist ja, dass man sich eigentlich den Kopf darüber zerbricht, was genau um Himmels Willen die Leute zu solchen Äußerungen veranlasst, welcher Nerv da eigentlich getroffen wurde, welcher „Mechanismus“ dem zugrunde liegt? Es gibt ja eine Menge Erklärungen, jedoch versagen die eben doch angesichts so konkreter Dinge, wie Du sie in diesem Beitrag vorgestellt hast.

    Hoffen wir, dass sich neben der Vernunft auch irgendwann der ganz normale menschliche Anstand irgendwann wieder mehr durchsetzt als es im Augenblick der Fall zu sein scheint. Leute wie Du streiten dafür. Danke.

  2. Ich bin entsetzt, lieber Michael.
    Trotzdem finde ich es richtig, dass du die Kommentare veröffentlichst. So offenbart sich jedem einigermaßen normal denkendem Menschen wes Geistes Kind diese Leute sind.
    Danke für deine Arbeit!

    1. Nicht nur Sie!!! Was läuft bei uns in der Gesellschaft nur schief? Wir sollten dankbar sein, dass wir das Glück hatten hier geboren zu sein bzw. hier leben zu dürfen.
      @Onkel Michael, machen bitte weiter! Dein Blog ist Klasse!

    1. Herr Aust: mit Sicherheit sind Sie nicht der letzte Leser! Ich darf mich ganz bescheiden auch dazu zählen.
      Das ist so irre, was da gerade so im Gange ist. Na ja, eher nicht gerade erst, sondern schon länger. Sie haben ja sicher selbst mit diesem Phänomen zu tun.
      Unter der Pandemie habe ich aber das Gefühl, dass das wie ein Brennglas wirkt und auch vermeintlich bisher vernünftige Leute gefühlt geistig falsch abbiegen,
      Dieses Gift des gezielt verbreiteten Hasses, der Desinformation, der Verunsicherung usw. reicht bis in eigentlich aufgeklärte Schichten. Ich habe dafür keine belastbaren Daten, nur das, was ich so in öffentlichen Diskussionen beobachte und in dem kleinen Ausschnitt meines Umfelds. Gott sei Dank bei einem nur sehr kleinen Teil. Da macht sich diese Verunsicherung breit, man wisse ja nicht mehr, was man glauben könne usw..Da könnte ich innerlich immer schreien. Dabei geht es mir wie in dem Spruch: „ein Schwurbler kann in 5 min. mehr Unsinn verbreiten, als 5 Professoren in einer Woche überhaupt widerlegen können“——oder so ähnlich.
      Nicht, dass ich ein Professor wäre, nur da wird so viel Unfug geglaubt, dass ich manchmal gar nicht weiß, wo ich überhaupt mit Argumentieren ansetzen könnte.
      Es gab mal einen Asterix-Band „Der Seher“.
      Der Seher, der sich so durchschmarotzt, kommt ins kleine gallische Dorf. Er wird dort freundlich aufgenommen, verbreitet dort sein Gift, säht Zwietracht und Angst.
      In dieser Geschichte gibt es logischerweise ein gutes Ende. Die Dorfgemeinschaft lässt sich nicht auseinander dividieren und jagt den Seher vom Hof.
      Wenn ich mir hier und in der Welt so umschaue, bin ich mir nicht sicher, ob wir das schaffen.
      Aber es keine Alternative zur Hoffnung und zum Optimismus!
      Ich weiß wie gesagt nicht, ob das von der „normalen“ Mehrheit überhaupt als mögliches Problem gesehen wird. Wenn ich mich im Freundes-erweiterten Bekanntenkreis, Verwandtschaft, berufliches Umfeld usw. so umschaue, habe ich das Gefühl, dass der ganze Hass, das Verbreiten von Falschinformation und Mythen, eher als ein gesellschaftliches Randthema, wie zB. das der Clans in Deutschland gesehen wird. Und die Leute, die an Reichsflugscheiben und Chemtrails glauben, eigentlich nur irrgelaufene Spinner sind.
      Das hoffe ich zwar auch (manchmal) und lebe dann halt damit, dass ich derjenige bin, der überall nur „Verschwörungen“ sieht.:-)
      Was mir Sorge bereitet ist, dass ein gesellschaftlicher Konsens bröckelt, die vielzitierten „roten Linien“ überschritten werden. Es scheint egal zu sein, dass neben meiner gespiegelten Meinung, die ich bekomme, Antisemitismus und anderen rechtsextremes Gedankengut mit transportiert wird. Ich meine das zu sehen in öffentlichen Diskussionen und eben im Umfeld.
      Gerade vor ein paar Tagen ging es mit einem entfernten Bekannten um das Thema „ Zwangsimpfen, Bill Gates usw). Es gäbe eine Organisation „Impfen-nein-Danke“.
      Unabhängig vom Impfthema, nur der Verweis darauf, in welchem Umfeld sich die Initiatorin bewegt, hatte offensichtlich überhaupt keine Auswirkung. Ganz egal, dass sie sich von einem den Reichsbürgern nahestehenden Rechtsesotheriker interviewen lässt. Der verbreitet mit seinem simulierten „Journalismus“ die krudesten Mythen und Antisemitismus. Alles kein Grund für mein Gegenüber, innezuhalten.
      Wie heisstˋs? Lange Rede, gar kein Sinn, außer:
      Danke, Onkel Michael.
      ….und auch an Stefan Aust…….
      Herzliche Grüße.

      PS: wenn ich darf, hätte ich eine Empfehlung für einen hervorragenden und wichtigen Beitrag, in Form eines Podcasts vom Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume.
      Vielleicht kennt man diesen Podcast auch schon, hier der Link:
      https://verschwoerungsfragen.podigee.io/

      1. Oh je. Ich habe Stefan Aust versehentlich geschrieben. Entschuldigung, das war ein freudscher Verschreiber.
        Ich meinte natürlich Norbert Aust.
        Ich bitte dies zu korrigieren.
        Danke schön.

  3. Das schlimme an Verschwörungstheorien ist, dass der beste Beweis für ihre Korrektheit ist, dass es keinerlei Beweise gibt. Was diese Menschen antreibt habe ich nie verstehen können. Ich bin sehr dankbar für Menschen wie Frau Dr. Nguyen-Kim, Frau Grams und Sie, Onkel Michael. Denn durch sie alle habe ich die unschätzbare Möglichkeit, mich über Sachverhalte zu informieren ohne Lobbyarbeit Rechnung tragen zu müssen.
    Ich finde ganz schrecklich, welch offener Hass Ihnen und anderen Menschen entgegengebracht wird, die „es wagen“ angenehm zurechtgeschwurbelte Weltbilder in einen belegbaren Kontext zu setzen. Danke und bitte weiter so!

  4. Da hat wohl so einigen Fans des Hutträgers im philippinischen Exil und des dauerwerbenden Pseudocoaches die Wahrheit nicht geschmeckt.
    Nicht aufgeben, Onkel Michael, und immer weiter kräftig in den Wunden bohren. Die Aluhutträger sind nicht unbedingt die hellsten, wie die zahlreichen Fehler in Wort und Zeichensetzung zeigen.

  5. Und bitte nicht vergessen bei Drohungen den Staatsanwalt zu informieren. Soviel Selbstschutz sollte schon sein, finde ich.

  6. Du hast auf den Fall zwei Leser für Deinen Blog: @Sixtus_Beckmesser (=der Rabenvater, der gerade die letzte Erdbeere geklaut und mit seinem Raben zusammen verspeist hat) und mich. Und außerdem werde ich nicht aufhören, meine Freundinnen, so sie es nicht eh schon tun, immer auf Deine Artikel hinzuweisen. Und solltest Du mal beim besten Willen nicht dazu kommen, hier selbst zu schreiben – ich liefere Dir gerne einen Gastbeitrag. Susannchen hat die bisher ganz gut ausgehalten und es soll sogar ’ne Menge Leute geben, die für mein Selbstgeschriebenes Geld ausgeben. 😉

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