Fragen über Fragen zur Homöopathie…

Schaut man sich die aktuelle Diskussion um die Homöopathie an, dann fallen einige Punkte auf, die doch recht interessant sind.

Fangen wir doch mal bei den Diskutanten an, das ist nämlich der erste interessante Punkt.

Als Verteidiger und Fürsprecher der Homöopathie finden sich gut 80, wenn nicht sogar 90% Homöopathen, Heilpraktiker oder Vertreter von Lobbyorganisationen bspw. die Carstens-Stiftung oder der DZVhÄ.

Natürlich spricht nichts dagegen, dass diese Herrschaften fleißig in die Diskussion einsteigen. Als Mitleser darf man bloß nicht vergessen, dass diese Gruppen sicherlich keine altruistischen Motive in der Diskussion haben. Nein, es ist ihr tägliches Brot, denn Homöopathen, Heilpraktiker und Lobbyisten leben von der Homöopathie und würden beim Wegfall der Sonderstellung sicherlich einiges an Gewinneinbußen hinnehmen müssen. Das müsste der geneigte Leser und die geneigte Leserin im Hinterkopf haben, wenn der Heilpraktiker X und die Homöopathin Y wieder einmal große Reden schwingen.

Auf Seiten der #Globukalypse hingegen finden sich tatsächlich Menschen zusammen, denen es nur um die Aufklärung geht und die keinerlei finanzielle Vorteile oder Interessen aus ihrem Engagement ziehen. Im Gegenteil. Apothekerinnen wie Iris Hundertmark verzichten offensiv auf einen Teil der Einnahmen, wenn sie die homöopathischen Produkte aus der Sichtwahl entfernen. Menschen wie mich, kostet die Aufklärung zur Homöopathie nur Geld, bringen tut sie mir nichts.

Natürlich wird von Seiten der Homöopathie dann wieder gewettert, dass alle von DER Pharmaindustrie bezahlt werden und vergisst dabei zu erwähnen, dass es sich bei den Globuliherstellern ebenfalls um DIE Pharmaindustrie handelt.

Was mir dann weiter auffällt ist, dass je weiter die Diskussion voranschreitet, der Ton von Seiten der „Globulisten“ immer unschöner wird. Da gibt es Nazi-Vergleiche, da gibt es Taliban-Vergleiche, da sehen kognitiv eingeschränkte Schreihälse die Homöopathie ähnlich verfolgt wie die Juden im Dritten Reich. Da wird gedroht und unterstellt. Das ist nicht schön. Lassen Sie uns gerne diskutieren, aber in gesittetem Rahmen. Wir sind doch nicht mehr auf dem Spielplatz.

Beispielsweise hätte ich gerne noch eine Antwort auf eine ganz einfache Frage, die ich die Tage bei Twitter gestellt habe: Wenn sich Homöopathen & Co immer wieder erzählen, es gäbe einen Sack voll positiver Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie über den Placeboeffekt hinaus belegen, warum gibt es dann noch immer die Sonderstellung der Homöopathie in Form des Binnenkonsenses? Eigentlich könnten die Globulisten doch hergehen und bei so einer hervorragenden Studienlage freiwillig darauf verzichten und für sich die gleichen Rahmenbedingungen wie für richtige Medikamente anerkennen. Einfache Frage, keine Antwort…

Ebenso die Frage, warum es gerade in Deutschland einen Binnenkonsens benötigt. Ist die deutsche Homöopathie eine andere als die französische, die italienische oder die polnische?

Fragen über Fragen und keine Antworten…

4 Gedanken zu “Fragen über Fragen zur Homöopathie…

  1. Eine der für mich interessantesten Fragen, auf die ich gerne einmal eine Antwort hätte, ist, woher das Wasser weiß, von welchen Stoffen es bei Schütteln und Verdünnen die Information „potenzieren“ muss und welchen nicht.
    Und – Vorsicht, Prise Unernst – nach dem Ähnlichkeitsprinzip stellt sich analog die Frage, woher Homöopathen wissen, welchen wissenschaftlichen Befunden sie vertrauen dürfen und welchen nicht.
    Fragen über Fragen und keine Antworten…

    1. Da man ja mit einer unpotenzierten Urtinktur (liest sich für mich immer wie Urinkur) anfängt, also von hochkonzentriert zu niedrig konzentriert (= hochpotenziert = dialektischer Schwurbel), weiß das Wasser ja ganz am Anfang, um welche Substanz es sich jetzt dreht. Das merkt es sich dann einfach bis zum Schluss. Logisch! So’n Wasser is ja nicht blöd, oder so.
      Ob sich das Wasser vielleicht noch an frühere Potenzierungen erinnern kann, quasi Erinnerungen an ein früheres Leben, ist meines Wissens noch ein potentielles Forschungsgebiet der Homöopathie.
      ***Achievement unlocked***
      „Erwähne Forschung und Homöopathie in einem Satz“
      Reward: Ingame-Titel „Schwurbelgroßmeister“
      Ernste Antwort auf unernste Frage:
      Wissenschaftlichen Befunden trauen Homöopathen nur dann, wenn sie ihre kruden Thesen zu bestätigen scheinen. Das sind vorzugsweise qualitativ fragwürdige Studien, pseudowissenschaftliche Abhandlungen gleichverstrahlter Kollegen und Binnenkonsense. Richtige Wissenschaft lehnen viele von denen sogar grundsätzlich ab. Entweder, weil die Wissenschaft unangenehme Fragen aufwirft, mit denen man sich lieber nicht beschäftigt – das sind die „normalen“ Homöopathen. Oder, das sind die komplett gestörten, man dient sich der NGM an und lehnt Wissenschaft deshalb ab, weil irgendwas mit Intellektuellen, was mit Juden, oder was mit intellektuellen Juden. Je nach dem, wie oft und aus welcher Höhe man als Kind fallen gelassen wurde.

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