Unsere tägliche Katastrophe gib uns heute

Corona-Pandemie
Klimawandel
Ukraine-Krise
Leere Gasspeicher
Autobahnblockaden
Sich radikalisierende Spaziergänger
Impfpflicht
Durchseuchung in den Schulen
Mißbrauch in der katholischen Kirche
Altersarmut
Energiewende
Kalte Progression
Antisemitismus
Inflation
Polit-Chaos
Freidrehende Querdenker
Reichsbürger
Steigende Energiepreise
Julian Reichelt und Ulf Poschardt labern Scheiße
Gezeter um die Impfpflicht
Söder will nicht bei der Impfpflicht mitspielen
Täglich sterben 200 Menschen an Covid 19
Ex-AfD-Abgeordneter Maier will wieder Richter werden
Inzidenzwert um die 1.500
Gassen gibt ein Interview
Kubicki zündelt
Der Ätna ist ausgebrochen und niemand fängt ihn wieder ein
Lindner ist halt Lindner
Omikron füllt die Krankenhäuser, ist aber harmlos
Irgendwelche Flachpfeifen glauben immer noch, dass die Impfung unfruchtbar macht
AfD investiert zehntausende Euro in eine Anti-Impf-Kampagne
Kanzler Scholz trägt tatsächlich einen Pullover
Außenministerin Baerbock eine schusssichere Weste, ist jetzt auch wieder nicht recht
und ich glaube, ich habe vergessen Klopapier zu kaufen.

Bevor wieder jemand sich beschwert: nein, die Liste stellt keine Wertung dar, es handelt sich nur um die Reihenfolge, wie die Themen in den letzten Tagen auf den einzelnen Nachrichtenseiten auftauchen. Ganz schön viel, newa? Dazu kommen ja noch die üblichen Probleme wie Sexismus, Rassismus, soziale Gerechtigkeit etc., die ja ebenfalls ihre Aufmerksamkeit fordern. Und das natürlich vollkommen zurecht.

Was ich sagen will ist, dass es ganz schön viel ist dass auf so ein kleines Menschlein im Moment hereinbricht. Und jede Schlagzeile wird in unseren Medien in einer alarmistischen Art und Weise aufbereitet, dass man denkt, in fünf Sekunden explodieren einem die Socken. Irgendwie erfolgt keine Einordnung mehr. Alles ist wichtig, eilig, Breaking News am laufenden Band. Jeden Tag wird ein neues Thema durch die Medien und die „sozialen“ Netzwerke getrieben, bis das nächste gefunden ist. Und dann wundert es auch nicht, dass man sich mit einem Schmarrn wie Scholzens „Pullover-Gate“ auseinandersetzen soll. Ja meinetwegen kann der gute Mann im Bananenrock durch die Weltgeschichte fliegen, das ist mir doch scheißegal, hauptsache er zieht Hosen an, wenn er aus dem Flugzeug aussteigt. Ja, sagt mal, brennt den Damen und Herren Reporter:innen denn die Leibwäsche oder haben’s mit dem Teststäbchen zu weit oben in der Nase gepopelt. Ein Tipp: wenn graue Flocken am Stäbchen hängen, war’s zu tief.

Mich kotzt dieser Dauer-Alarmismus einfach nur noch an. Dadurch wird doch nur eine Stimmung aus Aggression, Angst und Abwehr erzeugt, die das ganze Land narrisch macht. Sowas erwarte ich von den Springer-Medien, aber mittlerweile sind die vermeintlich seriösen Medien auf dem gleichen Trip (oder Tripp? Egal, ich hab jetzt keine Lust nachzuschauen), dass die arme Gräfin Dönhoff wahrscheinlich in ihrem Grab rotiert wie Pauli der patente Permanentmagnet im Dynamo von Tadej Pogačars Fahrrad.

Was wollte ich jetzt sagen? Ach ja, ich verstehe jeden, der seinen Nachrichtenkonsum einschränkt oder ganz einstellt. Ist ja nicht mehr zum aushalten das ganze Geplärre. Da geht es ja in der Patschehändchengruppe im Kindergarten Pfützenracker gesitteter zu, wenn Tante Waltraud wieder einmal die verbotenen Muffins mit dem bösen weißen Zucker mitbringt.

So. Jetzt schauen wir mal, was für eine Katastrophe morgen auf uns zukommt. Das wird sicher wieder unglaublich wichtig, dringend und bedrohlich werden. Wahrscheinlich trägt der Kanzler eine lustige Mütze oder der Wirtschaftsminister schreibt einen Gastbeitrag für die Gelben Seiten von Spremberg und Umbgebung oder die Handtasche der Außenministerin passt nicht zu ihren Socken. Ach hört mir doch auf mit dem ganzen Kokolores.

Ein Gedanke zu “Unsere tägliche Katastrophe gib uns heute

  1. „Pullover-Gate“ geht sicher als Watergate-Verharmlosung durch. Kurt Kister schrieb zu dieser newsbrechenden Non-Causa in seiner Kolumne „Deutscher Alltag“:
    „Hin und wieder war ich als (junger) Mitflieg- und Nachlatschjournalist bei Reisen des jeweils amtierenden Verteidigungsministers dabei. … An der Schwelle zum Promi-Bereich blieb ich stehen. Da öffnete sich nahezu plötzlich die Tür zu einem Waschraum, und ich stand dem amtierenden Verteidigungsminister, der einen hellblauen Schlafanzug trug, gegenüber.
    … zurück zum Pullover-Scholz. Auf einem langen Flug muss zwar die Menschenwürde, nicht aber unbedingt in jeder Minute die Kanzlerwürde gewahrt bleiben. … Jedenfalls ist es völlig in Ordnung, wenn der Kanzler auf einem Flug von sehr begrenzter Öffentlichkeit im Pullover auftritt. Sie sollten mal sehen, was viele der journalistischen Kolleginnen und Kollegen in aller Öffentlichkeit tragen.“
    Womit er sowas von Recht hat.

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