Die leeren Versprechen des indischen AYUSH-Ministeriums

In den letzten Tagen bekamen die Homöopathen hierzulande ja Schnappatmung vor Freude, als das indische „AYUSH“-Ministerium meldete, dass bei der aktuellen Corona-Epidemie in China homöopathische Zuckerkügelchen helfen würden. Konkret würde es sich um das Mittel „Arsenicum album“ in der C30 Verdünnung handeln.

„Arsenicum album“ oder „Weißes Arsenik“ soll nach dem Glauben der Homöopathen bei Magen-Darm-Beschwerden sowie bei grippalen Infekten und der Grippe helfen. Die C30-Potenz bedeutet, dass das Mittel im Verhältnis 1:10030 verdünnt wurde.

Natürlich ist das Kokolores, was dieses Ministerium behauptet. Wie die indischen Medien heute (30. Jänner 2020) melden, gab es eine Welle der Empörung unter den richtigen Medizinern und zahlreiche renommierte Experten warnten vor derartigen Versuchen, dafür ist die Lage zu ernst. Entsprechende Berichte erschienen in allen Blättern von der Indian Times bis India Today sowie bei allen TV-Sendern.

Sogar die CPI, die Kommunistische Partei Indiens warnt in mehreren Twitter-Mitteilung davor, Homöopathie bei der Corona-Virus-Epidemie einzustzen.

Also ist die Sachlage wie immer bei unseren Freunden der Homöopathie: Nichts drin – Nichts dran!

Und was es mit diesem „AYUSH“-Ministerium auf sich hat, das erkläre ich euch demnächst in einem eigenen Artikel

7 Gedanken zu “Die leeren Versprechen des indischen AYUSH-Ministeriums

  1. C30 – das wäre ja dann schon „Arsenicum Album Forte“.

    Was ich mich bei der ganzen Informationsspeicherung des Wassers frage…
    Wenn kein einziges Wassermolekül mehr Kontakt zur Urtinktur hat (davon kann man bei C30 guten Gewissens ausgehen), kommt es dann bei Familie Hazweioh dann auch zum bekannten Stille-Post-Phänomen?
    Nicht, dass sich das letzte Wassermolekül an etwas vollkommen anderes erinnert, weil die Informationsweitergabe, sagen wir mal vorsichtig, verlustbehaftet war. Oder diskutieren es die Wassermoleküle untereinander aus und einigen sich auf einen konsensfähigen Kompromiss?
    Und was wird dann aus meiner Grippe, Corona-Infektion und/oder Syphilis?

    Einfacher gefragt: kann ich nicht mein Wasser einfach besprechen? Was bei Warzen schon nicht evident funktioniert, kann auch nicht schlechter als Homöopathie sein.

  2. Also ist die Sachlage wie immer bei unseren Freunden der Homöopathie: Nichts drin – Nichts dran!

    Da bin ich aber froh, dass man Babys nicht manipulieren kann und daher ein PlaceboEffekt ausgeschlossen werden kann 🙂 Insofern – wenig drin – viel dran.

    1. Achje liebe Tina,
      da sieht man mal wieder, wie gefährlich es ist, wenn man nur Halbwissen weiterverbreitet. Beim Placebo-Effekt handelt es sich sicherlich nicht um eine Manipulation.
      Bei Kinder oder Tieren greift hier der so genannte „Placebo by Proxy“-Effekt. Über den können Sie etwas nachlesen: https://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Oft_geh%C3%B6rte_Argumente_-_Verbreitete_Vorstellungen_%C3%BCber_den_Placebo-Effekt#Wenn_es_bei_Babys_und_Kleinkindern_wirkt.2C_kann_es_kein_Placebo_sein
      oder hier: https://lexikon.stangl.eu/13439/placebo-by-proxy/
      oder aber hier: https://netzwerk-homoeopathie.info/placebo-by-proxy/
      Und wenn Sie das aufmerksam gelesen und verstanden haben, dann ist Ihnen Ihr Kommentar hier sicherlich peinlich.
      Bis dahin, Tüdelü
      Onkel Michael

    2. Placebo hat mit Einbildung nichts zu tun. Placebo ist eine komplexe psycho-physische Reaktion auf alle Arten von Zuwendung (wovon medizinische Behandlung nur eine Spezialform ist). Bei Babys und Kleinkindern ist der Effekt sogar ganz besonders ausgeprägt, denn die Kleinen haben eine besondere „Antenne“ für Stimmung und Befindlichkeit ihrer Bezugspersonen – und damit eben auch für deren „Erwartungshaltung“. Diese „spiegeln“ sich gegenseitig, was man dann als „Placebo by proxy“ (über eine „Umleitung“) bezeichnet. Dieser Effekt ist sehr gut untersucht und wirkt genauso bei Tieren, die eine menschliche Bezugsperson haben, der sie vertrauen.

      Einer der unausrottbaren Irrtümer von Homöopathieanhängern (und anderen): Dass Placebo Einbildung sei und bei kleinen Kindern / Tieren nicht auftreten könne, weil ihnen die kongnitive Wahrnehmung für den angeblichen Auslöser noch fehle. Keineswegs! Placebo ist allerdings auch nicht lenk- und steuerbar, weder in eine Richtung noch in der Intensität. Und kann deshalb auch ins Gegenteil umschlagen: den Nocebo-Effekt. Der tritt zum Beispiel dann auf, wenn jemand von Pseudomedizin wie Homöopathie überzeugt ist und einer irgendwann absolut notwendigen „richtigen“ medizinischen Behandlung innerlich misstrauisch-ablehnend gegenübersteht. Das bezahlt der- bzw. diejenige meist mit einer spürbar geringeren Wirkung der Therapie: Der Nocebo-Effekt schlägt zu.

      Alles klar? All das ist ziemlich gut erforscht – und es wird weitergeforscht zu Placebo und Nocebo.

    3. Die Wirkung bei Babies kann man medizinisch mit Placebo by Proxyeffekt erklären. Man kann den Placeboeffekt auf Babies/Kinder und Tiere übertragen. Dazu gibt es genug Evidenzen. Auch neigen Eltern, die ihren Kindern Globuli verabreicht haben, nur auf die Besserung der Symptomatik zu achten und sind dadurch ‘gebiased‘. Eine ganz verständliche Reaktion. #NichtsDrinNichtsDran

    4. Auch bei Babies gibt es ein Immunsystem, das Krankheiten wirksam bekämpfen kann. Dann gibt es natürliche Krankheitsverläufe, also Beschwerden, die sich „auswachsen“, Anpassungs- und Gewöhnungseffekte, Regression zur Mitte und noch vieles mehr. Sonst wären ja alle Tiere schon lange ausgestorben, und der Mensch bzw. seine Vorläufer mit ihnen, denn die kannten ja keinen Placeboeffekt und erst recht keine wirksame Medizin.

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